Das Kaufhaus Tietz und der Krieg

In einem Artikel über die Kasseler Königstraße beschreibt ein Lokaljournalist der HNA ein Foto des Kaufhauses Tietz so: „1933: Das Kaufhaus Tietz, das ein jüdischer Kaufmann 1911 eröffnete. Es wurde im Krieg zerstört. Heute steht dort der Kaufhof.“

"Der Krieg kam und zerstörte ..."

HNA, 12.09.14: Der Krieg kam und zerstörte …

1933, war da nicht etwas? Jüdischer Kaufmann „eröffnet“ ein Kaufhaus, hat er das Band zerschnitten? Wurden 1933 nur Fotos von Warenhäusern gemacht?

Tietz war eine jüdische Familie, die ein Warenhausimperium begründete. Der „jüdische Kaufmann“ eröffnete folglich nicht nur das Warenhaus in Kassel, sondern das Kaufhaus Tietz gehörte der Leonard Tietz AG, bis die Warenhauskette nach 1933 arisiert wurde, sprich für kleines Geld an deutsche Konkurrenten überging.

1933 übernahmen die Nazis die Macht in Deutschland und machten den Antisemitismus zur Staatsräson. Die jüdischen Besitzer von Betrieben, Warenhäusern usw. wurden dazu gezwungen, ihren Besitz weit unter Wert zu verkaufen, wurden gezwungen ihr Heimatland zu verlassen, später dann, soweit sie nicht fliehen konnten umgebracht.

Der HNA-Journalist weiß nur, dass irgendwie ein Krieg über Deutschland kam, der das Warenhaus Tietz zerstörte. Später stand dann da das Kaufhaus der Kaufhof AG. Antisemitismus? Hä, was ist das? Wenn dieser sich direkt vor seiner Nase auf Kassels Straßen artikuliert, merkt er ja auch nichts davon – Setzten 6. (jd)

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