Krieg, Friedhofsruhe und Interventionen in Syrien

Eine Diskussionsveranstaltung mit Thomas von der Osten-Sacken am 24.03.2016

Nicht nur hartgesottene Antiimperialisten sind der Auffassung, dass vor den Protesten und dem später folgenden Aufstand gegen Assad in Syrien Ruhe und Ordnung herrschte. Nach den Aufständen, die aufgrund westlicher Interventionen ausgebrochen seien, herrsche Chaos und Barbarei. Die Ruhe und Ordnung, wie gerne dabei vergessen wird, war die eines der brutalsten Regime im Nahen Osten. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme, es sei vor allem „der Westen“, der in Syrien interveniere, haben wir es jedoch mit anderen Konstellationen zu tun.

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Wie im Iran im Jahre 2009 gab es vor allem in Syriens Städten eine Protestbewegung gegen das Regime Assads, in der demokratisch Kräfte eine wichtige Rolle spielten. Die Unterstützung dieser Protestbewegung durch „den Westen“ beschränkte sich jedoch wie im Falle Irans zuvor mehr oder weniger auf warme Worte. Man schaute zu, wie Assads Sicherheitskräfte die Protest- und Aufstandsbewegung gewaltsam niederschlugen. Die Repression der Assadschen Sicherheitskräfte blieb nicht ohne Gegenwehr. Übergelaufene Truppenteile, andere auch islamistische Gruppen schlossen sich den Aufständischen an. Vor allem letztere wurden u.a. von Saudi Arabien und der Türkei unterstützt, die demokratischen Kräfte weitgehend sich selbst überlassen und Assad fand in seinen alten Bündnispartnern Iran und der Hisbollah wichtige Unterstützung. Eine eigene Rolle, wenn auch nicht die wichtigste, nehmen die kurdische YPG und der IS im syrischen Bürgerkrieg ein. Mittlerweile versucht Russland, als die aktuell bedeutenste Interventionsmacht, seine Vorstellung von Ordnung im Bürgerkriegsland Syrien durchzusetzen.

Wir haben mit Thomas von der Osten-Sacken einen profunden Kenner der Region eingeladen, um mit ihm über die Rolle der verschiedenen Bürgerkriegsparteien, über merkwürdige Bündniskonstellationen, über die Interessen der in Syrien agierenden Kriegsparteien und Interventionsmächte und der hierzulande konfusen Wahrnehmung des Krieges in Syrien zu diskutieren.

Thomas von der Osten-Sacken ist freier Journalist, Publizist, betreibt den Hurriyablog und ist Geschäftsführer von Wadi e.V..

Der Veranstaltungsflyer.

Ort: Philipp-Scheidemann-Haus Kassel, Holländische Str. 72-74, Beginn: 19.00 Uhr

Der Vortrag ist aufgenommen worden und kann (Ironie der Geschichte) hier gehört werden: Attac-Radio

 

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