Die klammheimliche Freude …

… oder so was kommt von so was

In Kassel gibt es eine kleine Gruppe, die nennt sich „Projekt eine andere Welt – so zum Beispiel!? Ein anderes Kassel so zum Beispiel!?“ Diese Gruppe bewegt sich im Umfeld von Attac Kassel. Die besten Tage von Attac dürften auch in Kassel schon seit längerem gezählt sein und es besteht die berechtigte Frage, warum man an jedem Scheißhaufen schnüffeln soll, um festzustellen, dass er stinkt.

Doch der aktuelle Anlass verdient Beachtung. Das „Autonomes schwultransqueer Referat Uni Kassel“ hat zu einer Mahnwache für die Opfer von Orlando aufgerufen.

Der Initiator der Gruppe „Projekt eine andere Welt …“ hat nun angesichts des Aufrufs zur Mahnwache folgende Antwort an das Referat gesandt: „Es gibt von Charles Baudelaire (1821 – 1867) ein Gedicht mit einem ellenlangen griechischen Titel Der Heautontimoroumenos (Der sich selbst verletzt). Die vorletzte Strophe (von sieben) lautet: Ich bin die Wange und der Streich / Ich bin das Messer und die Wunde / Glieder und Rad zur selben Stunde! / Opfer und Henkersknecht zugleich! // Dem Kriegstreiber G.W.Bush konnte nichts gelegener kommen als der Anschlag vom 11. September 2001. Endlich konnte ein Täter (er und seine Kollegen haben 41 Staatsstreiche zwischen 1953 und 2014 zu verantworten) in die Opferrolle schlüpfen und sich so eine moralische Rechtfertigung für weitere Akte des Staatsterrorismus schaffen.

Diese Äußerung mag in ihrer krassen Empathielosigkeit und Unverfrorenheit eher alleine stehen. Sie drückt in ihrer extremen Form jedoch wesentlich klarer eine Tendenz aus, die bei Vielen, die nun im Blätterwald und im Äther davon raunen, der Anschlag galt uns allen, es sei die Tat eines verrückten Einzeltäters, oder Ausdruck der Hilflosigkeit der Elenden und Unterdrückten, das habe nichts mit dem Islam zu tun und man müsse sich nun vor allem gegen „Islamophobie“ wenden usw. Kurzum bringt der Aktivist für „eine andere Welt“ die Tendenz zum Ausdruck, die sie alle meinen: So was kommt von so was!

„Es [hat, wie z.B. in Paris] diesmal in der Tat [wieder] eine ganz spezifische Gruppe getroffen, dem Terror fielen nicht völlig wahllos Menschen zum Opfer, die sich, wie in New York, London oder Madrid zum Tatzeitpunkt einfach am falschen Ort aufgehalten hatten. Dass nun ausgerechnet gezielt „LGBT-People“ ins Visier eines „colored Muslim“ geraten, der doch eigentlich zu den Verdammten dieser Erde gehört, man in den entsprechenden Kreisen also nun, plötzlich mit der blutigen Realität konfrontiert ist, nämlich der in der islamischen Welt vorherrschenden tödliche Homophobie, darf und kann nicht sein!“ (Thomas v.d. Osten-Sacken)

(jd)

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