Reichspogromnacht 1938 – Kassel war Vorreiter

In Nordhessen war Antisemitismus besonders populär. Hier begannen die systematischen Gewalttaten gegen die deutschen Juden im Zusammenhang der Reichspogromnacht. Während die Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung in den meisten deutschen Regionen auf Anordnung der NS-Regierung in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 durchgeführt wurden, fand in Kassel und Umgebung die „Generalprobe“ statt. Am Abend des 7. November wurden in Kassel jüdische Geschäfte geplündert und die Synagoge an der Unteren Königsstraße in Brand gesteckt. Initiatoren der Ausschreitungen waren SA-Männer, SS-Männern aus Arolsen und Kasseler Gestapoangehörige, die die zusehenden Kasseler Bürger zur Beteiligung ermunterten.

Schaulustige in Kassel vor zerstörten Geschäften jüdischer Inhaber

 

Die Haltung der Kasseler Bürger beschrieb der Kasseler Erinnerungsschreiber Hans Germandi so, „Von den Leuten, die unterwegs waren, hat sich keiner getraut, etwas zu sagen.“ (HNA, 07.11.2013) Warum sollten sie sich auch trauen, etwas zu sagen, es ging ja nicht um sie. Hunderte Schaulustige waren 1938 dabei, als die Kasseler Synagoge verwüstet wurde. Anschließend zog die Menge in die Große Rosenstraße, wo die Schul- und Verwaltungsräume der Jüdischen Gemeinde ebenfalls zerstört wurden, jüdische Geschäfte und Cafés wurden geplündert.

Wie in Kassel, so kam es vom 7. auf den 8. November u. a. in Bebra, Sontra und Rotenburg zu ähnlichen Aktionen. Einen Tag später, vom 8. auf dem 9. November, fanden in vielen anderen nordhessischen Städten weitere Pogrome gegen jüdischen Bürger statt. In der Gemeinde Felsberg ist Robert Weinstein, nach dem 1. Weltkrieg Stadtverordneter in Felsberg, das erste Todesopfer des Pogroms in Deutschland. In Deutschland kamen über 400 Juden im Zusammenhang dieser Aktionen ums Leben. Etwa 30.000 jüdische Männer wurden verhaftet und in Konzentrationslager transportiert, dabei waren sie häufig dem Hohn, Spott und den Schlägen Spalier stehender Mitbürger ausgesetzt. (Ausführlich: Zu den Pogromen vom 7. bis zum 9.11.1938 in Kassel und Nordhessen)

In Kassel wurden 258 Juden verhaftet und nach Buchenwald deportiert. Der Novemberpogrom steht für die Eskalation der nationalsozialistischen Judenpolitik, die dann in der ab 1941 minutiös geplanten Auslöschung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland und Europa ihren Höhepunkt fand. Erst die militärische Niederwerfung Deutschlands durch die alliierten Truppen beendete diese Vernichtungspolitik. Für die meisten Juden, auch der Kasseler, kam die militärische Niederlage Deutschlands aber zu spät.

Durch Zuwanderung ist die jüdische Gemeinde in Kassel wieder gewachsen. Seit 2000 verfügt die Kasseler jüdische Gemeinde auch wieder über eine schöne Synagoge. Am 9. November 2008 wurde der jüdischen Gemeinde in Kassel im Rahmen einer offiziellen Veranstaltung der Stadt und des Landkreises die restaurierte von den Nazis am 7. November 1938 zerstörte Thorarolle überreicht.

Aus der Geschichte lernen …

Nach 1945 ist zwar der offene Antisemitismus weitgehend gesellschaftlich geächtet, trotzdem ist Antisemitismus auch heute weit verbreitet. Seit Jahrzehnten gibt es einen beträchtlichen Teil der deutschen Bevölkerung, der antisemitisches Gedankengut in indirekter Form (struktureller und sekundärer Antisemitismus sowie „Israelkritik“) pflegt und reproduziert. Ein großer Teil der politischen Linken, der sozialen Bewegungen und des postmodernen akademischen Milieus pflegen einen strammen Antizionismus, den man als gesellschaftlich akzeptierten Ausdruck des Antisemitismus bezeichnen kann. Offenen Antisemitismus propagieren heute zum einen die gesellschaftlich weitgehend isolierte extreme Rechte, zum anderen jedoch vor allem der politische Islam, der in beträchtlichen Teilen trotzdem als gesellschaftlicher Dialogpartner anerkannt ist. Antisemitisch motivierte Gewalttaten und Terrorakte verüben in allen Teilen der Welt vor allem seine Anhänger. Die Täter sind häufig in islamischen Gesellschaften sozialisierte Menschen. Die Hamas und die Hisbollah sind im Nahen Osten mächtige gesellschaftliche Gruppierungen, deren Ziel es ist, Israel zu vernichten und deren militärischen Kräfte immer wieder die israelische Zivilbevölkerung angreifen. Die Fatah bzw. die politischen Verantwortlichen der Palästinensische Autonomiebehörde, verfolgen unter Anwendung anderer Mittel ein ähnliches Ziel. Die EU und auch Deutschland finanzieren direkt und indirekt diese Politik. Mit dem Iran gibt es sogar einen Staat, dessen Regierungsvertreter Israel mit der Vernichtung drohen, und der versucht in den Besitz von Atombomben zu gelangen. Die Politik der USA, diesem Staat das Handwerk zu legen und jene Behörde in die Grenzen zu weisen, wird ebenfalls von Deutschland und der EU mit impertinenter Beharrlichkeit sabotiert

… heißt:

  • Gegen Antisemitismus!
  • Gegen Antizionismus!
  • Für Solidarität mit Israel!
  • Keine Toleranz dem politischen Islam!
  • Stoppt das iranische Atomprogramm!
  • Stoppt die Finanzierung palästinensischer Institutionen und NGO!
  • Stoppt die Unterstützung der UNRWA!
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