Das Bündnis gegen Antisemitismus Kassel lädt ein:

Nicht bloß ist die Annahme, vorweg sei das Normale wahr und das Abweichende falsch, überaus dubios, selber die Glorifizierung bloßer Meinung, nämlich der herrschenden, die das Wahre nicht anders zu denken vermag denn als das, was alle denken. (T.W. Adorno, 1960)

Rassismus, Natur- und Klimaschutz – und dies fällt dem Anschein nach aus dem Rahmen – auch Flucht und Vertreibung in Folge der israelischen Staatsgründung sind Themen, bei denen die sich öffentlich artikulierende Meinung oft als die herrschende darstellt. Auf den ersten Blick erscheint es plausibel, wenn vor dem Hintergrund immer noch existierender rassistischer Ressentiments Erfahrungen, Identitäten und Erzählungen der vom Rassismus anscheinend und tatsächlich Betroffenen als unhinterfragbar gelten. Es erscheint als vernünftig, wenn angesichts der Erkenntnis, dass CO-2 ein den Treibhauseffekt auslösendes Gas ist, die Forderung nach einem Ausstieg der auf Verbrennung von Kohlenstoff basierende herrschende Produktionsweise als Ultima Ratio gilt, der alles andere unterzuordnen ist. Und wenn von der Gründung des israelischen Staates die Rede ist, darf der Hinweis auf die im Zuge der militärischen Auseinandersetzungen geflohenen und vertriebenen arabischen Bevölkerung des vormaligen Mandatsgebiet Palästinas nicht fehlen.

Doch ist immer dann Skepsis angesagt, wenn in der öffentliche bekundeten Meinung Einigkeit herrscht und das allgemeine Mitmachen eingefordert wird, wenn Kritik der gesellschaftlichen Mobilmachung, das Hinterfragen von Gewissheiten mit den Verdikten Rassismus und „Klimawandelleugnung“ belegt werden und wenn im Zusammenhang mit der Historie und Gegenwart des Nah-Ost-Konflikts vom Antisemitismus keine Rede ist.

Das Bündnis gegen Antisemitismus Kassel lädt daher in diesem Herbst zu folgenden Veranstaltungen ein.

14.10.2019, 19.00 Uhr: Antirassismus als Weltanschauung – eine Kritik. Vortrag und Diskussion mit Dr. Ingo Elbe

Antirassistische Theoriebildung sollte den Anspruch haben, ein ebenso verbreitetes wie vielgestaltiges Herrschaftsphänomen zu analysieren und Möglichkeiten seiner Abschaffung aufzuzeigen. Es stellt sich allerdings heraus, dass Antirassismus zur Weltanschauung mutiert ist und über weite Strecken von volkspädagogischen Absichten und politischen Ressentiments geleitet wird. So gehören vor allem die Dethematisierung des politischen Islams und die antizionistische Agitation gegen Israel inzwischen zum guten Ton vieler antirassistischer Theoretikerinnen und Theoretiker sowie Aktivistinnen und Aktivisten.

(Veranstaltungshinweis auf Facebook)

21.10.2019, 19.00 Uhr: Zur Kritik der politischen Ökologie. Vortrag und Diskussion mit Jörg Huber

Eine von den Vereinten Nationen institutionalisierte Kooperation zwischen Wissenschaft und Propaganda hält das Thema Klimawandel routiniert in einer medialen Endlosschleife. Der resultierende Öko-Aktionismus fällt immer häufiger mit kopflosen Ge- und Verbotsforderungen auf, die sich sogar selbst widersprechen. Doch nicht einmal die chaotische Politik, die auf ökologisch-moralische Debatten folgt, schadet deren Image nachhaltig. Ihr Aufstieg zum politischen Leitbild wirkt wie unaufhaltsam und die drängende Frage, wie ihr vernünftig begegnet werden kann, bringt selbst viele ihrer Gegner um den Verstand.

(Veranstaltungshinweis auf Facebook)

22.11.2019, 17.30 Uhr: Der Exodus der Juden aus der arabischen Welt & dem Iran Diskriminierung, Flucht & Vertreibung – Vortrag von Stephan Grigat

Würde es mit rechten Dingen zugehen, wäre bei jeder Diskussion über den Konflikt Israels mit seinen arabischen Nachbarn stets auch von der Flucht und Vertreibung nahezu aller Juden aus der arabischen Welt und aus dem Iran die Rede, die außerhalb Israels kaum im Bewusstsein sind. Die gerade auf Deutsch erschienene Studie des französischen Historikers Georges Bensoussan über „Die Juden der arabischen Welt“ ruft die Flucht von etwa 900.000 Juden aus den arabischen Ländern in Erinnerung und zeigt, dass die Radikalisierung der arabisch-islamischen Judenfeindschaft vor der israelischen Staatsgründung einsetzte und in vielen Aspekten eine Reaktion auf die partielle Autoemanzipation der Juden in den arabischen Gesellschaften war.

(Veranstaltungshinweis auf Facebook)

Alle Veranstaltungen finden im Philipp-Scheidemann-Haus in Kassel statt.

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