8. Mai 1945 Zerschlagung des deutschen Nationalsozialismus

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Der 8. und 9. Mai sind die Tage der Kapitulation der Deutschen Truppen im 2. Weltkrieg. An diesen beiden Tagen wurde ein in der Geschichte einmaliger Raub- und Vernichtungskrieg beendet, der mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Tschechoslowakei am 15. März 1939 begann und seinen Höhepunkt im Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion fand. Ein Feldzug, der das Ziel hatte, Osteuropa bis zum Ural der direkten deutschen Herrschaft zu unterwerfen und Westeuropa unter deutscher Vorherrschaft zu einen. Die in Osteuropa ansässige Bevölkerung sollte dezimiert und vertrieben werden, der verbliebene Rest als Arbeitssklaven sowohl der deutschen Industrie als auch der Landwirtschaft zugeführt werden. Osteuropäische Industriebetriebe und riesige Agrarflächen sollten deutschen Besitzern übereignet werden. Zentrales Moment der nationalsozialistischen Politik und Kriegsziel war die Auslöschung der europäischen Juden. Diese wahnsinnigen und pathologischen Ziele prägten das Handeln der deutschen Kriegsmaschinerie. Die eroberten Gebiete wurden systematisch ausgeplündert, deutsche Soldaten brachten aus aller Herren Länder Beutegut mit nach Hause, Zwangsarbeiter, landwirtschaftliche Produkte und Industrieprodukte wurden nach Deutschland transportiert, um dort die Produktion und den Konsum aufrecht zu erhalten. Der millionenfache Hungertod in den besetzten und belagerten Großstädten der Sowjetunion, Terror und Massenmord waren bewusste Bestandteile der deutschen Eroberungspolitik in allen besetzten Ländern Europas, Hunger der Bevölkerung die Folge der Ausplünderung dieser Länder. Der Eroberungszug der Wehrmacht, das tadellose Funktionieren der Reichsbahn und der deutschen Bürokratie, das Zuschauen und Mittun der deutschen Bevölkerung machte die systematische Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in ganz Europa erst möglich. Den deutschen Wehrmachteinheiten folgten Polizei und SS-Einheiten, die in regelrechten Menschenjagden bis in die letzten Winkel Europas Juden zusammen trieben, um sie in den Osten zu deportierten und dort – oft in direkter Zusammen-arbeit mit der Wehrmacht – in Massenerschießungen zu ermorden. Eigens zum Zweck ihrer industriellen Tötung wurden die Vernichtungslager Auschwitz, Treblinka, Belzec, Sobibor und Majdanek in Ostpolen errichtet. In Auschwitz wurden auch viele Sinti und Roma und politische Gefangene aus ganz Europa umgebracht.

Von Hitler geführt, von breiten Bevölkerungsteilen unterstützt und von führenden Industriellen finanziert gelang es der NSDAP 1933 mit Unterstützung rechtsgerichteter Parteien im Reichstag eine Mehrheit hinter sich zu vereinen. Reichspräsident Hindenburg ernannte Hitler zum Reichskanzler. Mit dem gegen die Stimmen der SPD (die kommunistischen Abgeordneten waren schon vorher verhaftet worden oder untergetaucht) durchgesetzten Ermächtigungsgesetz und durch offenen Straßenterror unterdrückte die nationalsozialistische Regierung sehr schnell jegliche Opposition. Diese blieb deshalb vereinzelt und isoliert. Die Kommunisten setzten dem NS-Regime anfangs organisierten Widerstand entgegen, aber auch sozialdemokratisch, christlich und humanistisch orientierte Menschen und Gruppen leisteten tapferen Widerstand. Massenhafte Denunziation, brutaler Terror und effektive Polizeiarbeit zerschlugen schnell jeden Widerstand. In den in ganz Deutschland errichteten Konzentrationslagern schmachteten Tausende politische Gegner und viele andere Missliebige wurden gefoltert und umgebracht. Ausgrenzung, Verfolgung, Terror und Mord gegen Juden, Behinderte, Andersdenkende und gesellschaftliche Außenseiter waren Programm der Politik des Nationalsozialismus, bevor dann die systematische Ermordung der Juden nach der Wannseekonferenz in Berlin 1942 begann. „Ruhe und Ordnung“, Antisemitismus, die Ideologie der Volksgemeinschaft, die Formulierung weitgesteckter Eroberungsabsichten und der bis 1941 erfolgreiche Eroberungsfeldzug trugen dazu bei, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung sich hinter das nationalsozialistische Regime und seine Politik stellte und der Widerstand in Deutschland isoliert blieb.

Das nationalsozialistische Regime musste von Außen zerschlagen werden. Bewaffneter Widerstand organisierte sich in fast allen besetzten Nationen, allen voran in Jugoslawien und Polen, in den besetzten sowjetischen Gebieten, Griechenland, Frankreich, der Tschechoslowakei und in Norwegen. In Dänemark widersetzte sich die Bevölkerung dem antisemitischen Mordprogramm, die Holländer versuchten mit einem Generalstreik, die Deportation der Juden zu unterbinden und es gab kleine bewaffnete Kommandoaktionen gegen die Besatzer, in Belgien gab es zahlreiche Sabotageakte gegen die Deportation der Juden und andere Untergrundaktionen. Viele Juden beteiligten sich, als Soldaten in allen alliierten Armeen und als Partisanen aktiv an den gefährlichen Kämpfen gegen die faschistischen Besatzer. Viele emigrierte deutsche Juden kehrten kämpfend als Soldaten der alliierten Truppen nach Deutschland zurück.

Die Hauptlast des Krieges zur Zerschlagung des deutschen Nationalsozialismus und Befreiung Europas trug die Rote Armee. Die bis nach Moskau, Stalingrad und Leningrad vorgedrungenen deutschen Eroberer wurden von der Roten Armee unter größten Opfern aus der Sowjetunion, dann auch aus den anderen osteuropäischen Staaten vertrieben. Die sowjetischen Truppen erfuhren militärische Unterstützung zunächst durch die alliierten Luftangriffe auf Deutschland und durch umfangreiche Materiallieferungen vor allem aus den USA. Im Sommer 1944 landeten alliierte Truppen in Frankreich und vertrieben die deutschen Besatzer aus Frankreich und aus den Beneluxstaaten. Nach der schon 1943 erfolgten Landung amerikanischer und britischer Truppen in Sizilien entledigte sich das italienische Volk selbst der faschistischen Mussolini-Diktatur. Viele Italiener reihten sich ein in den antifaschistischen Kampf gegen die brutal vorgehenden deutschen Besatzungstruppen. Vergleichbare Aktionen gab es in Deutschland nicht. In Deutschland stellte sich das Volk teils in apathischer Ergebenheit teils in fanatischer Hingabe bis zuletzt hinter das nationalsozialistische Regime. Die alliierten Truppen mussten in oft äußerst erbitterten Kämpfen fast das ganze Reichsgebiet besetzen, bis organisierter Kampf faktisch nicht mehr möglich war.

Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke seiner Befreiung, sondern als ein besiegter Feindstaat. (Direktive des Joint Chiefs of Staff 1067)

Es waren die alliierten Truppen, die dem systematischen Judenmord ein Ende setzten.

Es waren die alliierten Truppen, die das bis in die letzten Tage anhaltende Morden in den Vernichtungslagern, Konzentrationslagern, in den Gestapogefängnissen und in den Zuchthäusern beendeten.

Es waren die alliierten Truppen, die die wenigen überlebenden Juden, Millionen von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen und einige Tausend deutsche Nazigegner aus den Kerkern und Lagern befreiten.

Es waren die alliierten Truppen, die die nationalsozialistischen Politiker in Stadt und Provinz aus ihren Ämtern vertrieben, einige auch einkerkerten und dem Galgen überantworteten.

Es waren die alliierten Truppen, die den überwinternden und emigrierten Demokraten nach und nach den demokratischen Neuanfang in Deutschland ermöglichten.

(Der Text ist eine mehrfach überarbeitete Version eines zuerst 2005 erschienenen Flugblatts.)

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