Der Antisemit will den Tod des Juden

In Kassel drücken Nazis am 20. Juli 2019 unverblümt die Quintessenz des Antisemitismus aus. Die hier abgebildete Parole, die auf die Öfen in Auschwitz und auf die SS anspielt, geht über den strafbewehrten Tatbestand der Holocaustleugnung hinaus, es ist die Forderung nach Auschwitz. Beschlagnahmt wurde das Plakat nicht, verhaftet wurden die Propagandisten des Vernichtungsantisemitismus auch nicht. Aber auch der Protest gegen die Nazis in Kassel blieb gegenüber dem Kern der Naziideologie mehr oder weniger sprachlos.

„Ist die qualitative Besonderheit der Vernichtung des europäischen Judentums einmal erkannt, wird klar, daß Erklärungsversuche, die sich auf Kapitalismus, Rassismus, Bürokratie, sexuelle Unterdrückung oder die autoritäre Persönlichkeit stützen, viel zu allgemein bleiben.“ (Moishe Postone)

 

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Auch in Kassel: #unteilbar mit Antizionisten

(Update: 18. Juli 2019)
Das Bündnis gegen Rechts ruft in Kassel zu einer Kundgebung gegen den geplanten Aufmarsch der rechtsextremistischen Kleinstpartei „Die Rechte“ auf. Gründe gegen diese Partei, die offen nationalsozialistische Propaganda betreibt, aufzutreten gibt es mehr als genug. Den Aufruf des Kasseler Bündnisses gegen Rechts haben auch klar antizionistisch und antisemitisch ausgerichtete Gruppen unterzeichnet: DKP-Nordhessen, Gruppe Arbeiterinnenmacht, Kasseler Friedensforum, MLPD Kreis Kassel, Jugendorganisation REVOLUTION und die SAV. Mit der „Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft“ hat mittlerweile auch eine Kasseler Gruppe den Aufruf unterzeichnet, die wie die MLPD die offiziell für antisemitisch erklärte BDS-Bewegung unterstützt (siehe: BDS-Unterstützer) und deren Vorsitzende sich an den antisemitischen Aufmärschen im Sommer 2014 beteiligte. Auch Gruppen, die „Israelkritik“ befördern oder dieser gesellschaftlich akzeptierten Form des Antisemitismus zumindest gleichgültig gegenüber stehen, wie die Bildungsstätte Anne Frank, die VVN Kassel, die Partei „Die Linke“, die Gruppe Pax Christi usw. sind auf dem Aufruf zu finden. Wie ein Bündnis gegen eine Nazi-Partei, deren ideologische Grundlage der Antisemitismus ist (vgl. Moishe Postone), Antisemiten einschließen kann, bleibt das Rätsel der Organisatoren.

Das Bündnis gegen Rechts in Kassel, Screenshot 15. Juli 2019

Während die Gruppe REVOLUTION zum gewaltsamen Sturz der israelischen Regierung aufruft und Kontakte zu terroraffinen palästinensischen Gruppen unterhält (siehe BgA-Kassel: Die Rechte und der Antisemitismus als allgemeine Erscheinung), man aber sagen könnte, aufgrund ihrer gesellschaftlichen Irrelevanz wäre sie mit Nichtbeachtung zu bestrafen, ist die Gruppe „Internationalistisches Bündnis“, die ebenfalls auf dem Aufruf zu finden ist, gesondert zu erwähnen. Dieses „Bündnis“, welches eine Vorfeldorganisation der stalinistischen MLPD ist, führt eine Organisation namens „Örtliche Gruppe Kassel der DFLP (Demokratische Front zur Befreiung Palästinas)“ als Trägerorganisation auf. Die DFLP ist eine palästinensische Terrororganisation, auf deren Konto das Ma’alot-Massaker im Jahr 1974 in Israel geht, bei dem 31 Schüler und Lehrer ermordet wurden. Auch während der sogenannten zweiten Intifada führte diese Organisation bewaffnete Aktionen gegen israelische Sicherheitskräfte durch.

Trägerorganisation des „Internationalistischen Bündnisses“ ist auch die „Örtliche Gruppe Kassel der DFLP“. (Screenshot, 15. Juli 2019)

Antifaschistische Organisationen rühmen sich – oft zurecht – ihrer Recherchearbeit. Ob sie auf dem Auge palästinensischer Antisemitismus und Terrorismus sowie Antizionismus* im Allgemeinen blind sind, oder bewusst solche Gruppen in ihre Bündnisse einreihen, muss hier ungeklärt bleiben. Auch bei der ersten Kundgebung am 22. Juni 2019 anlässlich der Ermordung Walter Lübckes war das „Internationalistische Bündnis“ als Mitveranstalter aufgeführt. Die Stadt Kassel beteiligte eine Woche später die legalistischen Islamisten des „Arbeitskreises Muslimische Gemeinden in Kassel“ an ihrer Großkundgebung.

*Obwohl es rauf und runter diskutiert wurde, hier nochmal ein Verweis auf den Zusammenhang von Antizionismus und Antisemitismus: Leon Poliakov, Vom Antizionismus zum Antisemitismus, Freiburg 1992

Wir hatten eine Pressemitteilung formuliert: PE zum Aufruf des Bündnis gegen Rechts Kassel zur Demo am 20.07.19 in Kassel

Antisemiten und Völkische auf Kassels Sommer- und Straßenfesten

Beispiel 1:

Die Ausrichter des Kasseler Internationalen Frühlingsfestes gewährten zum diesjährigen Event dem Bund der Vertriebenen die Möglichkeit, mit einem Stand auf dem Fest präsent zu sein. Nein, das natürlich nicht, aber einen Standplatz erhielt der Verein Palästinensische Gemeinde-Kassel (PG) e.V., der sich um die Menschen „palästinensischer Abstammung“ kümmern will, wobei offensichtlich die Abstammung mit kulturellen Identitäten fest verwurzelt ist und es daher der Verständigung zwischen den Kulturen bedarf1. Mitglieder dieses Vereins verkauften auf dem internationalen Frühlingsfest unter der Fahne Palästinas dem geneigten Publikum landestypische kulinarische Spezialitäten. Der Verein firmiert postalisch in der Germaniastraße. Unter gleicher Adresse ist das der BDS-Bewegung nahestehende Café Buch-Oase2 zu finden. Das Vorstandsmitglied des Vereins Dana-Al-Najem ist gleichzeitig Betreiberin des Cafés.

Faten El-Dabbas bei einer Benefizveranstaltung für die Terrorgruppe DFLP. Die PG preist auf ihrer Homepage Faten El als „Sprachrohr des Widerstandes“, das spezifisch für Geflüchtete sei.

Als Veranstalter tat sich der Verein durch Einladungen an den einschlägig bekannten Abraham Melzer3, an den notorischen Nazih Musharbash4, die in einschlägigen Kreisen herumgereichte Fidaa Zaanin5 und an die, der Terrororganisation DFLP nahestehenden, Faten El(-Dabbas)6 hervor. Letztere, so steht es auf dem Blog der PG, sei ein Sprachrohr des Widerstands, das mit Emotionen die tiefe Sehnsucht nach Heimat Ausdruck verleihe. Einer Ehrenmitgliedschaft dieser „Spoken-Word-Künstlerin“ im Bund der Vertriebenen steht bestimmt nichts mehr im Wege. Mitveranstalter bei Veranstaltungen der PG ist immer wieder auch die ebenfalls in Kassel ansässige Regionalgruppe der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft, deren Vorsitzende Brigitte Domes sich im Sommer 2014 am Aufmarsch des antisemitischen Mobs beteiligte7.

Die Tarnkappe der Freundlichkeit der Palästinensischen Gemeinde-Kassel. (HNA, 17. Juni 2019) Eine nur dünne Firnis.

Beispiel 2

In der Gießbergstraße Ecke Schillerstraße wird jährlich das Sommerfest der IGMG Millî-Görüş abgehalten. Dieses Jahr fand das Event vom 08. bis 10.06.2019 statt. Die Millî-Görüş gehört zu den legalistisch islamistischen Gruppen aus dem Umfeld der weltweit agierenden Muslimbrüderschaft8. Die Milli Görüs beruft sich nach wie vor auf ihren dezidiert antisemitischen Gründer Necmettin Erbakan9. Wie dieser trachtet die Organisation danach, die demokratische und pluralistische Gesellschaft durch eine islamistisch totalitäre geprägte abzulösen. Im hessischen Verfassungsschutzbericht 2017 heißt es: Es soll „eine Staats- und Gesellschaftsordnung nach den Grundlagen von Koran und Sunna geschaffen werden [..]. Die Millî-Görüş-Bewegung verbindet in ihrer Gesamtheit einen universalen türkisch-nationalistischen mit einem islamistischen Ansatz.“10 Die beiden in Kassel aktiven Gruppen der Milli Görüs demonstrieren ihre Verbundenheit mit ihrem Gründer Erbakan, indem sie 2016 ihre Facebookseite mit dem Konterfei Erbakans schmückten und 2017 bekundeten, dass sie ihren Führer vermissen. Eine Protestkundgebung gegen die über drei Tage währende Ansammlung rechtsnationalistischer und antisemitischer Islamisten gab es nicht.

Eine der vielen Erbakan-Huldigungen auf der Facebookseite einer der IGMG-Gruppen in Kassel

1 Die PG über ihre Ziele auf der Homepage: „In unserem Verein haben sich Menschen aus Kassel und Umgebung zusammengefunden, die sich um die Anliegen der Menschen palästinensischer Abstammung und deren Familien kümmern wollen. Wir wollen einen Beitrag leisten, um die Integration und Verständigung zwischen Menschen und Kulturen in Kassel zu fördern.“ (https://pg-kassel.de/)

2 Die Verbundenheit des Cafés und den diesem Nahestehenden mit der BDS-Bewegung wurde auf einer Veranstaltung mit Martin Breidert im Jahre 2017 mehr als deutlich: Ein Abend in einer Oase der Israelkritik. Allgemein zu den Verbindungen des Cafés siehe unter: Die Café Buch-Oase-Connection.

3 Über den für seine antisemitischen Äußerungen regelrecht berüchtigten Abraham Melzer hier mehr: „Charlotte Knobloch darf Abraham Melzer einen ‚berüchtigten Antisemiten‘ nennen.

4 Nazih Musharbash war bis 2018 Vorsitzender der Osnabrücker Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft. Diese unterstützt die antisemitische BDS-Bewegung. Seit Juni 2018 ist er Präsident der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft. Zur Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft mehr z.B. hier: „Israelhass unter kirchlichem Dach?“ in: haGalil.com, 05. Februar 2017. Über Nazih Musharbash findet man hier mehr: „Ein BDS-Unterstützer im Rahmenprogramm zur Erinnerung an die Pogromnacht“, in: haOlam.de, 02. Januar 2019.

5 Die Veranstaltung im Café Buch-Oase mit Fidaa Zaanin wurde, wie andere auch, im stramm antizionistischen Internet-Portal „Palästina-Solidarität“ beworben, auch in der MLPD-Zeitung Rote Fahne News findet sie positive Erwähnung und ist u.a. Gesprächspartnerin von Annette Groth und dem islamistischen Portal balkans.aljazeera.net.

6 Die unter dem unverdächtigen Titel „Keine Märchen aus 1001 Nacht“ im Café Buchoase aufgetretene Faten El (Dabbas) steht der palästinensischen Terror-Gruppe DFLP nahe. Siehe dazu: „Hat Berlins SPD ein Antisemitismusproblem“, Tagesspiegel, 08. September 2017

7 „Israelische und Palästinensische Gesellschaft: ‚Nicht alle unter Kontrolle’“, in: HNA, 11.08.2014. Auch die Deutsch-Palästinensische Gesellschaft Kassel unterstützt die BDS-Bewegung.

8 „Zentrale Organisationen im legalistischen Islamismus sind die türkisch geprägte Milli-Görüs-Bewegung (MGB) und die Deutsche Muslimische Gemeinschaft e.V. (DMG), ehemals Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD), die als Zweig der Muslimbruderschaft bekannt ist.“ aus: Bayerisches Landesamt für Verfassungsschutz

9 Einen Auswahl Erbakans Auslassungen findet man hier. Karl Pfeifer: Von ‚Bakterien‘ und anderen ‚Zionisten‘: Zur Integration des Islamismus, in: haGalil.com, 09. Juni 2007

1948 – 2019: 71 Jahre Israel

Das Bündnis gegen Antisemitismus Kassel, das Antifaschistische Kollektiv Raccoons und Freunde gehen für Israel in Kassel auf die Straße: Am 11. Mai 2019 ab 12.00 Uhr Infostand in der Wilhelmstraße / Ecke Obere Königstraße

In der Unabhängigkeitserklärung Israels heißt es: „Die Katastrophe, die in unserer Zeit über das jüdische Volk hereinbrach und in Europa Millionen von Juden vernichtete, bewies unwiderleglich aufs Neue, dass das Problem der jüdischen Heimatlosigkeit durch die Wiederherstellung des jüdischen Staates im Lande Israel gelöst werden muss, in einem Staat, dessen Pforten jedem Juden offenstehen, und der dem jüdischen Volk den Rang einer gleichberechtigten Nation in der Völkerfamilie sichert.“ Vor dem Hintergrund, dass die Hoffnungen auf Gleichberechtigung und / oder der Assimilation der Juden in der bürgerlichen Gesellschaft nach der französischen Revolution oder im Realsozialismus nach der russischen Revolution schon lange vor der Formierung der deutschen Volksgemeinschaft durch den Nationalsozialismus enttäuscht wurde, ist die Staatsgründung Israels zum einen der erfolgreiche Versuch der Juden, die Werte von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit als Grundlage einer bürgerlichen Gesellschaft und Nation für sich zu erobern und zum anderen diese „Heimstatt“ gegen die antisemitische Internationale seit Gründung vor 71 Jahren des Staates bis heute zu verteidigen.

Die Universität in Tel Aviv hat in ihrem am 1. Mai 2019 veröffentlichten Bericht festgestellt, dass der Antisemitismus auch in 2018 stark angestiegen ist. Der Bericht der Universität Tel Aviv registriert 13 Mordfälle an Juden mit antisemitischen Motiven. Elf wurden bei einem Angriff auf eine Synagoge in Pittsburgh im Oktober getötet. Zwei weitere Morde wurden an der Holocaust-Überlebenden Mireille Knoll in Paris und dem jüdischen Studenten Blaze Bernstein in Kalifornien verübt. Der Bericht führt das Erstarken des Antisemitismus in den USA auf rechtsextreme Gruppen und Feindseligkeiten in den Universitäten zurück. Dort werden jüdische Studenten angegriffen, die Israel unterstützten. Besonders stark war der Anstieg antisemitischer Vorfälle in Frankreich und Deutschland mit 74 bzw. 70 Prozent. Verantwortlich dafür sei das Erstarken rechtsextremer Gruppen und der Antisemitismus in der wachsenden muslimischen Bevölkerung der beiden Länder. Juden fühlen sich in diesen Ländern, als würden sie in einem Ausnahmezustand leben‘, stellte Prof. Dina Porat, Leiterin des Kantor Center an der Uni Tel Aviv und leitende Historikerin in Yad Vashem fest. Mosche Kantor, Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses bemerkt zu dieser Entwicklung, dass die Fortsetzung jüdischen Lebens in vielen Teilen der Welt in Frage gestellt ist. (vgl.: Tel Aviv University, Violent attacks against Jews worldwide spiked 13% in 2018)

In Deutschland machen sich viele Juden angesichts der Zunahme antisemitisch motivierter Übergriffe von islamisch sozialisierten Personen aus migrantischen Communities oder ebensolchen Einwanderern und angesichts des Erstarkens rechtsextremer Parteien, in denen sich vor allem in der Anhängerschaft aber auch unter den Kadern immer wieder antisemitische Demagogen breit machen, berechtigt Sorgen. Begleitet wird diese Entwicklung durch eine beschwichtigende Haltung in Politik und Gesellschaft, die – wenn überhaupt – den Antisemitismus vor allem bei den Rechtsextremen lokalisiert und den Antisemitismus des national und international agierenden Islam weitgehend ignoriert.

Doch so beängstigend die Entwicklung des Antisemitismus in Europa auch ist, seine aktuell drastischste Form findet er in der Programmatik und der daraus folgenden Praxis der Hamas, die sich sowohl gegen Juden allgemein, als auch gegen Israel im besonderen richtet. Besonders bedrohlich für Israel ist die Atomrüstung des Irans, der die gleiche Motivation – nämlich Israel zu vernichten – zugrunde liegt.

Dieses Szenario wird in Deutschland von der Politik oft ignoriert. Gelegentliche Verurteilungen terroristischer Akte gegen Israel folgen skandalöse Aufrufe an „beide Seiten, sich zu mäßigen“. Der Terror gegen Israel und dessen Gegenmaßnahmen werden oft von irreführenden Überschriften und Kommentaren in den Medien begleitet. Angesichts Merkels Diktum, Israels Sicherheit sei „niemals verhandelbar“ und „Teil der Staatsräson“ ist diese Äquidistanz in Politik und Öffentlichkeit gegenüber Israel nicht nur zynisch. Wenn der Iran durch Handel und politische Kontakte gestärkt und die Palästinensische Autonomiebehörde in ihrer israelfeindlichen Haltung nachgerade unterstützt wird, ist die Haltung gegenüber den jüdischen Staat Israel verlogen und heuchlerisch.

.71 Jahre Israel – Gegen Antisemitismus. Das heißt für uns:

Bedingungslose Solidarität mit Israel! Gegen Antizionismus und „Israelkritik“! Keine Kompromisse mit den Antisemiten!

Reichspogromnacht 1938 – Kassel war Vorreiter

In Nordhessen war Antisemitismus besonders populär. Hier begannen die systematischen Gewalttaten gegen die deutschen Juden im Zusammenhang der Reichspogromnacht. Während die Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung in den meisten deutschen Regionen auf Anordnung der NS-Regierung in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 durchgeführt wurden, fand in Kassel und Umgebung die „Generalprobe“ statt. Am Abend des 7. November wurden in Kassel jüdische Geschäfte geplündert und die Synagoge an der Unteren Königsstraße in Brand gesteckt. Initiatoren der Ausschreitungen waren SA-Männer, SS-Männern aus Arolsen und Kasseler Gestapoangehörige, die die zusehenden Kasseler Bürger zur Beteiligung ermunterten.

Schaulustige in Kassel vor zerstörten Geschäften jüdischer Inhaber

 

Die Haltung der Kasseler Bürger beschrieb der Kasseler Erinnerungsschreiber Hans Germandi so, „Von den Leuten, die unterwegs waren, hat sich keiner getraut, etwas zu sagen.“ (HNA, 07.11.2013) Warum sollten sie sich auch trauen, etwas zu sagen, es ging ja nicht um sie. Hunderte Schaulustige waren 1938 dabei, als die Kasseler Synagoge verwüstet wurde. Anschließend zog die Menge in die Große Rosenstraße, wo die Schul- und Verwaltungsräume der Jüdischen Gemeinde ebenfalls zerstört wurden, jüdische Geschäfte und Cafés wurden geplündert.

Wie in Kassel, so kam es vom 7. auf den 8. November u. a. in Bebra, Sontra und Rotenburg zu ähnlichen Aktionen. Einen Tag später, vom 8. auf dem 9. November, fanden in vielen anderen nordhessischen Städten weitere Pogrome gegen jüdischen Bürger statt. In der Gemeinde Felsberg ist Robert Weinstein, nach dem 1. Weltkrieg Stadtverordneter in Felsberg, das erste Todesopfer des Pogroms in Deutschland. In Deutschland kamen über 400 Juden im Zusammenhang dieser Aktionen ums Leben. Etwa 30.000 jüdische Männer wurden verhaftet und in Konzentrationslager transportiert, dabei waren sie häufig dem Hohn, Spott und den Schlägen Spalier stehender Mitbürger ausgesetzt. (Ausführlich: Zu den Pogromen vom 7. bis zum 9.11.1938 in Kassel und Nordhessen)

In Kassel wurden 258 Juden verhaftet und nach Buchenwald deportiert. Der Novemberpogrom steht für die Eskalation der nationalsozialistischen Judenpolitik, die dann in der ab 1941 minutiös geplanten Auslöschung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland und Europa ihren Höhepunkt fand. Erst die militärische Niederwerfung Deutschlands durch die alliierten Truppen beendete diese Vernichtungspolitik. Für die meisten Juden, auch der Kasseler, kam die militärische Niederlage Deutschlands aber zu spät.

Durch Zuwanderung ist die jüdische Gemeinde in Kassel wieder gewachsen. Seit 2000 verfügt die Kasseler jüdische Gemeinde auch wieder über eine schöne Synagoge. Am 9. November 2008 wurde der jüdischen Gemeinde in Kassel im Rahmen einer offiziellen Veranstaltung der Stadt und des Landkreises die restaurierte von den Nazis am 7. November 1938 zerstörte Thorarolle überreicht.

Aus der Geschichte lernen …

Nach 1945 ist zwar der offene Antisemitismus weitgehend gesellschaftlich geächtet, trotzdem ist Antisemitismus auch heute weit verbreitet. Seit Jahrzehnten gibt es einen beträchtlichen Teil der deutschen Bevölkerung, der antisemitisches Gedankengut in indirekter Form (struktureller und sekundärer Antisemitismus sowie „Israelkritik“) pflegt und reproduziert. Ein großer Teil der politischen Linken, der sozialen Bewegungen und des postmodernen akademischen Milieus pflegen einen strammen Antizionismus, den man als gesellschaftlich akzeptierten Ausdruck des Antisemitismus bezeichnen kann. Offenen Antisemitismus propagieren heute zum einen die gesellschaftlich weitgehend isolierte extreme Rechte, zum anderen jedoch vor allem der politische Islam, der in beträchtlichen Teilen trotzdem als gesellschaftlicher Dialogpartner anerkannt ist. Antisemitisch motivierte Gewalttaten und Terrorakte verüben in allen Teilen der Welt vor allem seine Anhänger. Die Täter sind häufig in islamischen Gesellschaften sozialisierte Menschen. Die Hamas und die Hisbollah sind im Nahen Osten mächtige gesellschaftliche Gruppierungen, deren Ziel es ist, Israel zu vernichten und deren militärischen Kräfte immer wieder die israelische Zivilbevölkerung angreifen. Die Fatah bzw. die politischen Verantwortlichen der Palästinensische Autonomiebehörde, verfolgen unter Anwendung anderer Mittel ein ähnliches Ziel. Die EU und auch Deutschland finanzieren direkt und indirekt diese Politik. Mit dem Iran gibt es sogar einen Staat, dessen Regierungsvertreter Israel mit der Vernichtung drohen, und der versucht in den Besitz von Atombomben zu gelangen. Die Politik der USA, diesem Staat das Handwerk zu legen und jene Behörde in die Grenzen zu weisen, wird ebenfalls von Deutschland und der EU mit impertinenter Beharrlichkeit sabotiert

… heißt:

  • Gegen Antisemitismus!
  • Gegen Antizionismus!
  • Für Solidarität mit Israel!
  • Keine Toleranz dem politischen Islam!
  • Stoppt das iranische Atomprogramm!
  • Stoppt die Finanzierung palästinensischer Institutionen und NGO!
  • Stoppt die Unterstützung der UNRWA!

Das Fastenbrechen an der Uni Kassel und der Antisemitismus seiner Sponsoren

(6. Juni 2018)

Zum diesjährigen Fastenbrechen richtete die Vizepräsidentin der Uni Kassel, Frau Prof. Ute Clement, ein Grußwort aus. Die Muslimische Hochschulgemeinde Kassel (MHG) richtete dieses Jahr schon das dritte Fastenbrechen an der Uni Kassel aus. Die MHG steht der Milli Görüs1 nahe und da verwundert es, dass solche Veranstaltungen in den Räumen einer öffentlichen Institution stattfinden, deren Verwaltung von demokratischen Gremien kontrolliert wird und dass sich eine Repräsentantin der Uni Kassel den Organisatoren gegenüber erkenntlich zeigt.

Schauen wir uns die Unterstützer der Veranstaltung näher an. In Vergangenheit wurde dieses Fest von der Organisation Islamic Relief gesponsert, einer mehr als dubiosen Organisation, wie die Beobachterin der islamistischen Szene in Deutschland, Sigrid Hermann-Marschall, festgestellt hat.2 Dieses Jahr trat als Sponsor eine Organisation auf, die sich Selaam e.V. nennt, die, zunächst ganz unverdächtig, Bedürftige mit Rollstühlen unterstützt. Der Vorsitzende des Vereins Selaam heißt Idris Aliu. Über seine Gesinnung macht dieser Herr kein Hehl und auch der Verein macht kein Geheimnis daraus, dass er mit Islamic Relief kooperiert.3

Der Vorsitzende des Vereins Selaam e.V. Idris Aliu, der von der MHG als „starke Persönlichkeit“ gepriesen wird, stellt während des Fastenbrechens seinen Verein vor.

Aliu beweist sich nicht nur als „starke Persönlichkeit“, wie ihn die MHG stolz anpreist, sondern als überzeugter Israelhasser und als Freund der Muslimbrüder. Die Startseite seiner Facebook-Präsenz ziert u.a. das R4bia-Zeichen der Muslimbrüder.4

Alius Startseite auf Facebook mit R4bia und Erdogan

Er postete am 01. April 2018 ein Bildnis von Möllemann, indem dieser mit dem Zitat gezeigt wird „Wer andere Leute Länder besetzt, muss wissen, dass die sich wehren […]“. Der Post ist unterschrieben mit „Der hat die Wahrheit die er aussprach mit seinem Leben bezahlt“. Antisemitismus ist das Gerücht über die Juden, führte einmal Theodor W. Adorno aus.5 Am 20. Mai 2018 postete Aliu ein Bild, das Auschwitz mit den Zuständen im Gaza in vergleichender Weise als ähnlich gegenüberstellt. Weil hier suggeriert wird, dass Israel für eben diese behauptete Situation verantwortlich ist, wird der Tatbestand der Dämonisierung6 Israels erfüllt. Am 22. Mai 2018 lud er das Video des Kopp-Verlages7 „Israel hat absichtlich Kinder getötet“ hoch. Neben der auf Israel übertragenen klar antisemitischen Konnotation des Juden und des Mordes an Kindern ist auch hier der Tatbestand der Dämonisierung Israels erfüllt. Am 24. Mai 2018 lud er ein Video hoch, in dem der antizionistische Aktivist Norman Finkelstein erklärt, dass „die Kinder Gazas durch Israel dem langsamen Tod“ durch vergiftetes Wasser ausgesetzt sind. Damit bediente Aliu die antisemitische Legende vom Juden als Brunnenvergifter.8 Am 5. Juni 2018 lud er sowohl eine Fotokollage Finkelsteins hoch, die verschiedene Persönlichkeiten unter dem Logo „Free Palestine“ zeigt, die mit Israel diskreditierenden Parolen zitiert werden sowie ein Bild, dass die Umrisse Israels, des Gaza und der Westbank zeigt und das überschrieben ist mit „Das Leben in Palästina“. Es ist ein Bild der stramm islamistischen Gruppe „Generation Islam“.9 Unschwer ist zu erkennen wer daran schuld sein soll, dass z. B. angeblich 2 Millionen Menschen sich nicht frei bewegen dürfen. Die Tatbestände der Delegetimierung und Dämonisierung Israels sind erfüllt.

Aliu postet ein antisemitisches Video des Kopp-Verlages

Die Gruppe „Generation Islam“ hat am 18. Mai ein Propaganda-Video veröffentlicht, das Israel nicht beim Namen nennt, sondern als Apartheidsregime, als zionistisches Besatzungsregime und als Unrechtsregime bezeichnet, das die Gleichsetzungen Israels mit dem deutschen Naziregime in vergleichender Weise als ähnlich gegenüberstellt, das die terroristischen Aktionen der Aktivisten aus dem Gaza an der Grenze zu Israel als legitime Heldentaten verklärt und Israel jede Berechtigung zur Selbstverteidigung gegen diese Aktionen abspricht. Im Video wird schließlich die Frage, ob Israel weitere 70 Jahre bestehen soll, eindeutig beantwortet. Dieses Video erfüllt unschwer erkennbar alle drei Tatbestände des Drei-D-Test. Dieses Video postete Aliu am 19. Mai 2018. Auch in anderen Fragen zeigt Aliu seltsame Präferenzen. Am 10. April verlinkt er einen Artikel, in dem behauptet wird, der Anschlag auf das World-Trade-Center sei eine kontrollierte Sprengung gewesen. Am 2. Juni 2018 lädt er sowohl ein Video des dubiosen Christoph Hörstel hoch, der behauptet, dass Erdogan für Freiheit, Frieden und Wohlergehen kämpfe, sowie ein illustriertes, Demokratie verächtlich machendes Zitat des einschlägigen Hagen Rether.10

Aliu postet ein antisemitisches Video der islamistischen Gruppe „Generation Islam“

Der Verein Selaam e.V. hat nicht nur das Fastenbrechen der Muslimischen Hochschulgruppe unterstützt, er ist am 24. Juni 2017 in der Salafisten nahestehenden Al Huda Moschee in Kassel aufgetreten und hat offensichtlich Verbindungen mit dem gleichermaßen beleumundeten Islamischen Zentrum Kassel,11 wo er sich am 21. Mai 2018 präsentieren durfte.

Selaam e.V. in der salafistischen Al-Huda Moschee in Kassel

1 Recherche Gruppe: Gruppe „Frischer Wind“ an der Hochschule – Sammelbecken für türkisch-nationalistische IslamistInnen.

2 Zu dieser Organisation, vgl. den Tag „Islamic Relief“. In: Vorwärts und nicht Vergessen. Islamismus und Gesellschaft.

3 Vgl. dazu die Startseite des Vereins: http://dev.selaam.org/

4 Das R4bia-Zeichen wurde zunächst bei den von der Muslimbruderschaft stark beeinflussten Protesten gegen den ägyptischen Autokraten Hosni Mubarak verwendet und ist von Aliu auch in diesem Zusammenhang gepostet worden. Die Wissenschaftlerin Cilja Harders, Leiterin der Arbeitsstelle Politik des Vorderen Orients an der FU Berlin formuliert, dass das Zeichen „de facto als Solidaritätsbekundung für die Muslimbrüder verstanden wird, in Ägypten zumindest.“ Es wird auch über diesen engen Zusammenhang hinaus benutzt. Dazu: R4BIA – Zeichen hat Bedeutungserweiterung erfahren, in: prenzlauerberg nachrichten, 15. Januar 2014.

5 Indem hier Möllemanns Tod mit seinem Engagement gegen die israelische „Besatzungspolitik“ in einen Zusammenhang gebracht wird, bedient die Illustration Gerüchte einschlägiger Kreise über gemutmaßte Tötungsabsichten. Möllemann hatte Selbstmord begangen.

6 Nathan Sharansky hat den sogenannten „Drei-D-Test“ formuliert. Anhand diesem kann nachvollzogen werden, wann „Israelkritik“ als antisemitisch zu bezeichnen ist. (Natan Sharansky / Antisemitismus in 3-D). Dieser Drei-D-Test hat die Arbeitsdefinition für Antisemitismus, die die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) 2005 beschloss, beeinflusst.

7 Der Kopp Verlag ist ein deutscher Verlag und eine Versandbuchhandlung. Das Verlagsprogramm beinhaltet vor allem Bücher aus den Bereichen Esoterik, Verschwörungstheorien, Ufologie, aber auch Alternativmedizin und Pseudowissenschaften. Angeboten werden auch Werke von bekannten Antisemiten oder Propagandisten brauner Esoterik. (Psiram / KoppVerlag)

8 (Robert Schlickewitz / „Brunnenvergiftungslegenden“)

9 „Generation Islam“ ist ein islamistisches Portal, das nach Einschätzung der Szenekennerin Hermann-Marschall der Hizb ut Tahrir-nah nahe steht. Vgl., „Generation Islam: Kampfaufruf über 200.000 mal angeklickt“, in: Vorwärts und nicht vergessen. Islamismus und Gesellschaft, 6. März 2018.

10 (Alex Feuerherd / Der Jürgen Klopp der deutschen Ideologie)

11 Vgl. hierzu den kurzen Überblick bei regiowiki.hna

(jd)

Schon wieder: Parolen auf den Plakaten der Partei „Die Linke“

Am 24.04.2017 versahen mutmaßlich rechtsextreme Täter Plakate der Partei „Die Linke“ in Kassel mit antisemitischen Parolen. Wir hatten dies dokumentiert. Nun betreiben die Parteigänger dieser Truppe das Geschäft selbst. Das notorische Café Buchoase hat einen Passagier des Frauendecks der Mavi-Mamara geladen.

Doch nicht nur dort hat sich die Dame einen Namen gemacht. Ihre Mitverantwortung für die sogenannte Toilettengate brachte sie auf den vierten Platz der Top Ten Worst Global Antisemitic / Anti-Israel Incidents Liste des Simon Wiesenthal-Centrums. Offiziell schimpft sich diese Frühstücksverleumdnerin „Menschenrechtsbeauftragte der Linken“. Was sich auf den ersten Blick ehrenhaft anhört, ist bekanntlich eine übel beleumundete Auszeichnung. In der UNO befleißigt sich ein Rat derselben damit, das rechtsstaatlich und demokratisch verfasste Israel regelmäßig zu verurteilen (vgl. z.B. Alex Feuerherdt, UN-Menschenrechtsrat. Blanker Antisemitismus im alten Stil). Die Dame vom Frauendeck ist also durchaus eine vom Fach und einen kompetenten Moderator hat diese Veranstaltung auch noch zu bieten.

(jd)

Naidoo und die Eier in der Hose

Die Stadthalle Kassel, so heißt es auf der Homepage derselben, sei einzigartig, zukunftsweisend und in der Mitte. Am 14.05.2017 tritt dort Xavier Naidoo mit seinen Söhnen Mannheims auf. Xavier Naidoo hat viele Fans unter anderem auch in der NPD, die meint, Naidoo sei der einzige Promi Deutschlands, der noch Eier in der Hose hat. Heute mokiert sich Maja Yüce in einem launigen Artikel in der HNA darüber, dass die Stadt Mannheim rumeiere und dass sich Künstlerkollegen wie Sarah Connor, Gregor Meyle, Sasha Moses Pelham und BossHoss über Naidoos musikalische Qualitäten überschwänglich lobend äußerten, zu seinen fragwürdigen Texten aber schweigen würden. Zu diesen Leuten gehört auch die Kasseler Sängerin Katja Friedenberg, die es eine Schande fand, dass man 2015 Naidoo aus dem Sängerwettbewerb warf.

Zurück zu den Eiern in der Hose, die hat auch die Stadt Kassel nicht. Die HNA stellt in einem anderen Beitrag zu dem Lied „Marionetten“ der Söhne Mannheims am 05.05.2017 völlig richtig fest: „Wer sind die Marionetten, wer die Steigbügelhalter? Indirekt könnte diese harmlos wirkenden Passage jedoch ein altes antijüdisches Vorurteil enthalten – darauf weist unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung hin. Das Bild des jüdischen „Puppenspielers“, der die Fäden im Hintergrund zieht, ist schließlich ein bekanntes Element des Antisemitismus. Die Bundeszentrale für politische Bildung warnt, dass „Verschwörungstheorien, die Juden Macht und Einfluss in der Finanz- oder Medienwelt“ zuschreiben, häufig nur unterschwellig und teilweise auch unbewusst transportiert würden.“

Die Stadt Kassel vermarktet und bewirtschaftet die Stadthalle. Die Initiative zum Bau der Stadthalle Kassel geht auf den jüdischen Textilunternehmer und Gründer des Vorderen Westens Sigmund Aschrott zurück. Er stellte seiner Heimatstadt den Bauplatz kostenlos zur Verfügung, mit der Auflage, dort für die Bürger Kassels ein kulturelles Zentrum zu schaffen. Zur Kultur im Verständnis der Stadt Kassel gehören wohl auch solche Bänkelsänger und Wahnmichel wie Naidoo, denn die Stadt hat offensichtlich keine Probleme damit, diesem Propagandisten des völkischen Wahns „das passende Ambiente“ zu bieten, denn egal ob „groß, glamourös und repräsentativ oder klein, gemütlich und geradlinig – wir kreieren die passende Atmosphäre für Ihren Anlass!“ und sei es dafür, dem Volk die Augen zu öffnen, dem wütenden Bauer die Forke in die Hand zu drücken und die Strippenzieher in Fetzen zu zerreißen.

Am Abend des Konzertes, werden ein paar von uns zugegen sein und mit angefügtem Flugblatt die Besucher behelligen: Naidoo

Siehe auch grundsätzlich: Jonas Engelmann: Am seidenen Faden. Xavier Naidoos Song „Marionetten“ steht in der schlechten Tradition populistischer Kapitalismuskritik im Popsong.

(jd)

Rinks und Lechts – Antisemitismus eint

 

Was REVOLUTION und Antisemiten in der AfD eint: Der Haß auf Israel

REVOLUTION und AfD, sie mögen sich spinne feind sein. Die Einen rufen im Bündnis gegen Rechts Kassel oder wie jüngst in loseren Zusammenhängen dazu auf, die Anderen an ihren Treffen zu hindern und fühlen sich dabei wie die Interbrigadisten damals in Spanien, diese Anderen würden jene am liebsten im Gefängnis und im Steinbruch sehen. Eines eint sie jedoch: Der Haß auf Israel. Während die REVO, die nach eigenen Angaben gegen jeden Nationalismus vorgeben zu kämpfen, anläßlich des 1. Mai in Berlin zusammen mit der BDS, diversen Pro-Palästina-Gruppen u.a. die Palästinafahne hissen und zur Befreiung ganz Palästinas aufrufen, ist es bei der AfD komplizierter. Der nordhessische AfD-Aktivist, Putinfan und Judenhasser Gottfried Klasen und ein Wolfgang Gedeon mögen in ihrer Partei eher isoliert sein, waren aber beide als Delegierte auf dem Parteitag 2017 in Köln gewesen.

Wie auf dem Bild dokumentiert, hat Klasen jüngst einen Beitrag gepostet, auf dem der insbesondere in rechtsextremistischen und Querfront-Kreisen gern genutzte Begriff JSIL genutzt wird und Israel vorgeworfen wird, Verbündeter des IS zu sein. Ein Follower Klasens pflichtet diesem bei und bringt unwidersprochen den „Ewigen Juden“ ins Spiel. Im Gegensatz zu den Revos gibt es aber in der AFD und ihrem Umfeld Widerspruch zu diesen Positionen – das macht Leute wie Klasen nicht besser und ihren Anhang nicht ungefährlich, vor allem deswegen, weil der Widerspruch halbherzig bleibt. Doch selbst der halbherzig vorgebrachte Widerspruch unterscheidet die AfD von der REVO.

Widerspruch bei der REVO ist maximal ein unbegriffener Begriff, der irgendetwas mit Kapitalismus und Dialektik zu tun hat, in den eigenen Reihen jedoch mit Verrat gleichgesetzt wird. Dass solche Kanaillien wie die REVO im übrigen bei jenen geduldet werden, die jüngst den Protest gegen die AfD organisierten, macht das Anliegen letzterer nicht gerade glaubwürdig.

(jd)