„Nie wieder!“ heißt: Dem Antisemitismus entgegentreten !

Der 9. November ist der Tag an dem in Deutschland der Reichspogromnacht gedacht wird. In Kassel findet das Gedenken zwei Tage früher statt, weil in Kassel Verbände der SA und der SS unter Beteiligung der Kasseler Bevölkerung schon am 7. November die Synagoge zerstörten, Geschäfte Kasseler Juden angriffen und plünderten, sowie Juden misshandelten. An diesem Gedenktag wird ähnlich wie zum 27. Januar von Erinnerung geredet, Verantwortung angemahnt und vor Relativierung gewarnt. Es wird „an das Menschheitsverbrechen der Shoah, an sechs Millionen ermordete Jüdinnen und Juden“ erinnert. 1938 mahne zur „Wachsamkeit und Zivilcourage, gegen Antisemitismus, gegen Hass und Hetze“ aufzustehen, „wo immer sie sich heute zeigen“.1

Die jüngsten Angriffe gegen Juden in Berlin und Hamburg sind keine Einzelfälle in Deutschland.2 Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Kassel, Ilana Katz, steht auf einer „Feindesliste“ von Rechtsextremen.3 Angesichts der Gewaltbereitschaft und zum Teil schweren Bewaffnung von Rechtsextremen muss so etwas als konkrete Bedrohung aufgefasst werden. Der Terroranschlag in Halle und auch die antisemitischen Ausschreitungen während eines Fußballspiels in Berlin lehren uns, dass von gewaltbereiten Rechtsextremisten eine Bedrohung für Juden in Deutschland ausgeht. Die Gewalttaten rechtsextremer Täter werden in Gesellschaft, Politik und Medien vielfach thematisiert und in der Regel einhellig verurteilt, insbesondere auch an den Tagen an denen den Opfern des Nationalsozialismus gedacht wird.

Es gibt in einigen deutschen Großstädten Straßen und Viertel, in denen es klüger ist, sich nicht als Jude, Israeli oder Sympathisant Israels erkennen zu lassen. Sind das die notorischen Kleinstädte oder Dörfer im Osten der Republik? Sorgen durch die Städte streifende Nazitrupps, Informationsstände der AFD oder Kundgebungen sogenannter Querdenker für Angst und Schrecken? Eher nicht! „Es gibt in letzter Zeit mehr körperliche Attacken gegen Juden als in den vergangenen Jahren – vor allem in Ballungsgebieten und Großstädten“, heißt es in einer Erklärung einer rechten Gedankenguts unverdächtigen „Expertin“. Die tätlichen Angriffe in Berlin, Hamburg, Köln, München allein in diesem Jahr und viele Umfragen unter Juden zeigen, dass tätliche Übergriffe gegen Juden hauptsächlich von Sympathisanten der „palästinensischen Sache“, von unduldsamen Moslems und Antizionisten begangen werden.4 Wohin diese Entwicklung führt, lässt sich in Frankreich5 und Schweden6 beobachten, wo Juden bestimmte Stadtviertel meiden oder sogar das Land aufgrund der Bedrohungslage verlassen.

Kritische Stimmen, die auf den Zusammenhang von Islam und Judenverachtung hinweisen, auf den Zusammenhang von palästinensischem Nationalismus und dem Hass auf Israel, werden als „antimuslimischer Rassismus“, „Islamophobie“, postkolonialer Habitus oder ganz allgemein als rechtes Gedankengut oder „Hate-Speach“ abgetan und verurteilt. Die Diskussionen über mögliche Gegenmaßnahmen wie striktere Kontrolle der Einwanderung, das schnellere Abschieben von Gewalttätern, das Auflösen von zunehmend ein Eigenleben entwickelnden islamisierten Milieus und die Unterbindung der Finanzierung von islamischen Verbänden aus dem Ausland wird als rechtes Gedankengut diffamiert. Es gibt niemanden, der Verständnis oder Empathie für den Täter von Halle oder für die antisemitischen Radaubrüder im Berliner Fußballstadion hat. Die Geschichtsvergessenheit in rechtspopulistischen Kreisen ist Gegenstand deutlicher Kritik von fast allen relevanten Kräften Gesellschaft und Medien. Zahlreich sind jedoch die Stimmen, die öffentlichkeitswirksam Verständnis und Empathie für „palästinensische Anliegen“ haben und die mehr gesellschaftlichen Einfluss für Verbände des legalistischen Islamismus und deren Vertreter fordern. Es sind Stimmen aus der Zivilgesellschaft, diverser Bewegungen und Universitäten, staatlich unterstützter und finanzierter Initiativen, Institutionen und Kirchen, es sind viele Kulturschaffende und Ideologen der postmodernen Linken, die sich dadurch hervortun. Das geht z.T. soweit, dass diese Stimmen die Kritik an der Parole „Free Palestine“7 und der Initiative „Boycott, Divestment and Sanctions (BDS)“8 zurückweisen.

In Kassel sind die Verbände des legalistischen Islamismus, die DITIB, Milli Görüs und diverse Ableger der faschistischen Grauen Wölfe, aktiv. Obwohl sie sich durch Feindschaft zu Israel, bisweilen durch offenen Antisemitismus und aggressiven türkischen Nationalismus auszeichnen, wird mit ihnen direkt oder indirekt unter dem Label „Vielfalt“ oder „Bunt“ von Stadt und Kirchen der Dialog geführt.9

Die krasseste Zuspitzung des antisemitischen Wahns islamischer Provenienz findet sich in der Ideologie des iranischen Mullah-Regimes, das Terror-Gruppen wie Hisbollah und Hamas offen unterstützt. Fürsprecher oder Beschwichtiger findet das Mullahregime in der in Kassel immer wieder auftretenden Christine Buchholz (Die Linke)10 und bei bestimmten Kräften der Industrie und Handelskammer (IHK), wenn diese für normale Handelsbeziehungen mit dem Iran die Werbetrommel rühren.11 Auch der von der Uni Kassel protegierte Friedensratschlag hat keinerlei Probleme damit, dass der Iran die atomare Bewaffnung anstrebt und damit Israel ganz offen bedroht. Die alte und mutmaßlich auch die neue Bundesregierung plädiert für den Dialog mit diesem mörderischen Regime, dessen oberstes Credo die angestrebte Auslöschung Israels ist.

Antizionismus ist die Formel, die klassische Antiimperialisten, Pazifisten, Vertreter der postmodernen Linken mit denen des legalistischen Islamismus eint. So haben die ergrauten Aktivisten der Friedensbewegung und die Betreiber des Café Buchoase das Staffelholz des Antizionismus längst an die auf Straße und Universität aktiven Vertreter der Postcolonials und „Antirassisten“ weitergegeben und anstatt Stiefelnazis dominieren die Bärtigen und Kopftuchträgerinnen einige Straßen auch in Kassel. Der letzte große und bedrohliche Aufmarsch von Antisemiten und Israelhassern fand ungehindert am 15. Mai 2021 unter der Parole „Palästina spricht“ statt. Von denen, die sonst bei jeder Gelegenheit „Gegen Rassismus und Antisemitismus!“ „Nie wieder!“ u.ä. skandieren, war weit und breit nichts zu sehen.12

Gegen Antisemitismus eintreten heißt nicht nur am 7. und am 9. November oder am 27. Januar an den Holocaust zu erinnern, sondern vor allem denen entgegenzutreten, die heute in Deutschland und Europa Juden bedrohen, angreifen und ermorden, die Israel mit Raketen angreifen, islamische und palästinensische Terroristen unterstützen und das Land mit der Vernichtung bedrohen. Gegen Antisemitismus einzutreten heißt, nicht nur geschichtsvergessene „Querdenker“ und AfD-Politiker zu kritisieren und Nazis zu verurteilen, sondern denen entgegenzutreten, die Israel kritisieren, wenn dieser Staat darauf insistiert, wehrhaft zu sein, seine Bürger gegen Angriffe zu verteidigen und ein jüdischer Staat bleiben zu wollen.

Veranstaltungshinweis: Mahnwache am Samstag den 13.11.2021

Gegen Judenhass!

Gegen Antisemitismus!

Gegen Antizionismus!

Gegen Israelkritik!

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1 Der Bundespräsident, Gedenken zum 9. November, 09.11.2021

2 Eine Liste der antisemitischen Übergriffe findet sich in Wikipedia.

3 Kasselerin auf Feindesliste von Rechtsextremen: „Ich will mich nicht verstecken“, HNA, 26.07.2021

4 Während Anette Kahane 2012 noch klarstellte, dass die körperlichen Übergriffe gegen Juden zugenommen haben und diese vor allem in den Ballungsgebieten und Großstädten meist von junge Migranten begangen werden, dagegen antisemitische Delikte von Rechtsextremen meistens den Tatbestand wie antisemitische Schmierereien und Beschimpfungen erfüllen, (Expertin: Gewalt gegen Juden vor allem von jungen Migranten, in: berlin.de, 30.08.2012) wird diese heute Tatsache nicht nur von linksgerichteten Initiativen der „Zivilgesellschaft“ heute meist vornehm verschwiegen, sondern auch von offizieller Stelle. Zur Kritik an den Darstellungen in den Kriminalstatistiken und in Auftrag gegebenen Studien vergleiche etwa: „Brennende Fragen. Eine Studie untersucht den Zusammenhang von Migration und Antisemitismus – und erntet dafür Kritik„, Jüdische Allgemeine, 06.08.2018. Ausführlich gehen auf das Phänomen Michael Wolffsohn im Gespräch „Die Hydra hebt ihr Haupt – der neue Judenhass“ mit NZZ-Chefredakteur Eric Gujer und Katja Gentinetta ein. NZZ, 03.12.2018

5 Nonna Mayer, Antisemitismus in Frankreich, in: bpb, 30.08.2021

6 Das schwedische Malmö vertreibt seine Juden, in: Die Welt, 03.09.2010

7 So führt etwa der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank Meron Mendel in einem Artikel über die Palästinasolidarität aus: „Wenn Aufrufe wie ‚Free Palestine‘ als Judenfeindschaft delegitimiert werden und wenn dieser Kritik nicht argumentativ, sondern institutionell begegnet wird – in all diesen Fällen hat antisemitische Agitation ein leichtes Spiel.“ in: ders., „Gedanken zur Debatte um die Moderatorin Nemi El-Hassan. Solidarität mit Palästinensern wird zu pauschal sanktioniert“, Tagesspiegel, 23.09.2021

8 Vergleiche hierzu: BGA-Kassel, Aufruf: „Israel zur Rechenschaft ziehen“ – Unterstützer auch aus Kassel, 15.12.2020

9 Vergleiche hierzu: BGA-Kassel, Unrat der Religionen – Der Kasseler Aufruf zum Märtyrertod, 09.12.2016

10 Christine Buchholz gilt als Fürsprecherin der Hisbollah, des iranischen Arms im Ausland. Immer wieder tut sie sich dadurch hervor, Versuchen iranischen Kriegsdrohungen gegen Israel energisch entgegenzutreten, als Kriegstreiberei zu kritisieren. (z.B. Pressemitteilung vom 15.08.2012 Nein zum Säbelrasseln der USA gegenüber dem Iran: DIE LINKE; Sie gehört auch zu jenen, die die Sanktionen gegen den Iran kritisieren. Vgl., dazu: BT-Drucksache, 17/10032

11 Im Jahresrückblick 2019 bedauert die IHK Kassel-Marburg, dass sich Sanktionen beziehungsweise Sanktionsandrohungen als besonders negativ auswirken. Sie machten den Unternehmen „besonders zu schaffen.“ 2016 beschrieb im Organ der IHK „Wirtschaft Nordhessen“ Saeed Roshani, Gründer von RoConsult, die Perspektiven der künftigen Handelsbeziehungen mit dem Iran als vielversprechend. Es sei ein guter Zeitpunkt Kontakte zu knüpfen und Geschäftspartner auszusuchen. Außerdem unterstütze das Bundeswirtschaftsministerium zehn Messen im Iran. (vgl., Wirtschaft Nordhessen 8.2016, S. 44)

12 Vergleiche hierzu: BGA-Kassel, From the River to the Sea – Der Mob formierte sich auch in Kassel, 18.05.2021

Politischer Islam – Dialog und Unterwerfung

Eine Diskussionsreihe (Update, 19.10.2018)


In Kassel wurde auf den Schriftsteller Matthias Gibert ein Brandanschlag verübt. Der HR (Molotow-Anschlag, HR, 18.10.2018) führt dazu folgendes aus: „Rundherum liegen Flugblätter, die unter anderem türkische Fahnen zeigen. […] Die Polizei vermutet einen politischen Hintergrund der Tat. Denn: Wenige Wochen zuvor hatte Gibert einen Thriller unter dem Titel ‚Tödlicher Befehl‘ veröffentlicht. Darin soll der türkische Geheimdienst im Auftakt eines – fiktiven – Staatspräsidenten regierungskritische Deutsch-Türken verfolgen und ermorden. ‚Ich vermute, dass ein Anhänger des tatsächlichen Staatspräsidenten sich beleidigt fühlt. Vielleicht sieht er auch den Staatspräsidenten beleidigt. Was anderes kann ich mir nicht erklären'“, sagt Gibert. – Im Sommer 2016 gab es eine Kundgebung der Erdogan-Anhänger in Kassel. Der Imam der DITIB-Moschee Semir Ögrünc rief dort in einer Hasspredigt gegen die Gegner Erdogans gerichtet unter anderem das Folgende:  “ … lasse sie uns vernichten und verwahrlosen, mein Herr“. So etwas kann man als Brandstiftung bezeichnen. Folgen hatte diese Rede keine. (Mehr zu dieser Angelegenheit  hier: Tag Ögrünc.)

Unter Islamismus wird gemeinhin die Ideologie von Salafisten, IS-Anhängern oder Al Qaida-Anhängern verstanden. Die sind in Nordhessen auch hin und wieder Objekte von Maßnahmen der Staatsschutzorgane. Dieser Umstand darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch nach der Brandrede des Imams auf dem Königsplatz einen offiziellen Dialog, interreligiöse Kontakte (Tag Rat der Religionen), gemeinsame Veranstaltungen mit der DITIB und der Muslimischen Hochschulgruppe gibt, dass Schulbesuche in den Moscheen der DITIB stattfinden, dass es Veranstaltungen und Zusammenarbeit von politischen Initiativen zusammen mit islamischen Gruppen gibt, Mitglieder der UETD in politischen Gremien der Stadt und in gesellschaftlichen Bündnissen agieren und dass es Verbindungen dieser Gruppen und ihrem Umfeld zur in Kassel und Nordhessen politisch dominanten SPD gibt. Auch ist nicht zu übersehen, dass der politische Islam versucht, eine gesellschaftliche und kulturelle Hegemonie in bestimmten Bereichen zu erlangen. So gibt es ein von radikalislamischen Gruppen finanziertes Fastenbrechen, öffentliche Gebete und Gebetsräume an der Uni, es gibt Versuche islamische Kindergärten zu etablieren. Nachhilfeangebote und Engagement in der sogenannten Integration von Migranten sind strategische Instrumente der Einflussnahme und in manchen Straßen ist auch in Kassel nicht zu übersehen, wie versucht wird Dominanz im öffentlichen Raum zu erlangen.

Zum Umfeld der genannten Gruppen gehören noch wesentlich radikalere Gruppen wie die Grauen Wölfe, die Milli Görüs, ATIB u.a. und es ist zu vermuten, die eher im Hintergrund agierenden Muslim Brüder. Ein Problembewusstsein über diese Entwicklung gibt es in Kassel nicht. In der HNA ist dies kein Thema, in der Stadtverordnetenversammlung wird dies, wenn überhaupt, von Einzelpersonen oder einer gesellschaftlich isolierten Partei thematisiert. In öffentlichen Veranstaltungen diskussionsfreudiger Bildungsbürger wird entweder der Weichspülgang eingelegt oder vollkommene Ignoranz bewiesen. Der Zustand des gesellschaftlichen Bewusstseins fand seinen prägnantesten Ausdruck, als der Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilden (SPD) aufgrund eines angemeldeten Standes der AfD auf der Herbstmesse, seinen angekündigten Besuch dort absagte, aber kein Problem darin erkennen wollte auf einer Veranstaltung der Mattenberg-Moschee (DITIB) vor Fahnen des osmanischen Reiches und der Grauen Wölfe als Sultan verkleidet aufzutreten.

Die DITIB ist nicht nur mit ihren Thesen zu den Juden in Nordhessen aufgefallen, oder durch öffentliche Hasspredigen ihres Imam auf dem Königsplatz. Die DITIB, das Umfeld der DITIB und mit dieser zusammen agierende Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen gehören zu denen, die immer wieder antiisraelische Propaganda auch in Nordhessen betreiben. Sie gehören damit zu denen, die offen und teilweise massenwirksam Antisemitismus verbreiten. Das hier angerissene Phänomen ist kein nordhessisches Spezifikum. Bundesweit und darüber hinaus paktieren Politik und Gesellschaft, vor allem Bündnisse gegen Rassismus, gegen Rechts und für Feminismus mit eben jenen islamischen Organisationen und in einigen Städten und Regionen Europas sind teilweise drastischen Veränderungen des gesellschaftlichen Klimas und des öffentlichen Raums zu beobachten.

In der öffentlichen Debatte findet diese Entwicklung dagegen kaum einen Widerhall, geschweige denn eine kritische Reflektion. Normalzustand dagegen ist: Während offener Nazismus von der CDU bis zu den Linksradikalen verachtet wird, wird der politische Islam als die größte Bedrohung für Juden, aber auch für Demokratie und gesellschaftlichen Fortschritt insgesamt konsequent ausgeblendet. Das ist in Kassel nicht anders.

Aus diesen Gründen halten wir es für mehr als angebracht, uns dem Thema Islam erneut zu widmen.

Wir präsentieren in Zusammenarbeit und in Kooperation mit den AK Raccoons folgende Veranstaltungen:

  • 25.10.2018 Martin Stobbe: Last Night in Sweden. Vortrag und Diskussion, Beginn 19.00 Uhr
    Während Schweden auf eine von Innovation und Fortschritt geprägte Geschichte zurückblicken kann, machen sich in einigen Stadtvierteln des Landes zunehmend Erosionserscheinungen bemerkbar, die sich in der Zurückdrängung gesellschaftlicher Kontrolle zugunsten von Islamisierung und Gangherrschaft ausdrücken und im öffentlichen Diskurs unter dem Begriff der „No-Go-Areas“ vermehrt für Diskussionen sorgen.
    Martin Stobbe wird diese Entwicklungen historisch wie ideologisch nachzeichnen, um eine Grundlage zum Verständnis einer Bedrohung zu schaffen, die auch für deutsche Verhältnisse von Bedeutung ist.
  • 02.11.2018 Naida Pintul: Queerfeminismus und Islam – eine feministische Kritik. Vortrag und Diskussion, Beginn 19.00 Uhr
    Der Islam ist keine „Rasse“, sondern eine reaktionäre Ideologie und Alltagspraxis. Wie ist zu erklären, dass Religionskritik und der Kampf um nicht verhandelbare Frauenrechte von einem religions- und kultursensiblen Ansatz, der häufig jede Kritik am Islam als „rassistisch“, „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“, „rechtspopulistisch“ oder „rechtsextrem“ diskreditiert, abgelöst wurde? Welche Ideologien haben zum Ausverkauf von Frauenbefreiung im Namen des Feminismus beigetragen? Und wie kann eine grundlegende feministische Kritik des Islam aussehen?
  • 09.11.2018 Thunder in Paradise: Antisemitismus, Islam und die Willfährigkeit der Zivilgesellschaft (Das Beispiel Bildungsstätte Anne Frank). Vortrag und Diskussion, Beginn 19.00 Uhr
    Im Vortrag wird der islamische Antisemitismus als im Ursprung zivilisationsfeindlicher, modern-antimoderner Affekt gegen die als »Verjudung« empfundene Säkularisierung dargestellt. Seinen jüngsten Aufschwung erfuhr er indes als eine den objektiven Zerfall der Nationalstaaten reflektierende und beschleunigende antinationale Ideologie. Am Beispiel der angeblich um Antisemitismuskritik bemühten Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank, die auch in Kassel ihr Unwesen treibt, wird aufgezeigt, wie auf Seiten der zivilgesellschaftlichen Agenturen des #Wirsindmehr-Deutschlands unbedingte Gegnerschaft zum Nationalismus, Verkennung des modernen Antisemitismus und Apologie des Islams #unteilbar zueinander gehören.
  • 16.11.2018 Schmalle und die Welt: Dialog und Integration – Die seltsame Rolle der Islamverbände. Vortrag und Diskussion, Beginn 20.00 Uhr
    In Deutschland stellen einzelne islamische Dachverbände den Anspruch für alle Muslim*innen im Land zu sprechen, wobei sie statistisch nur max. 20% dieser vertreten. Trotzdem werden sie in der Regel auch von der Politik als solche anerkannt. Ob nun Ditib, der selbsternannte Zentralrat der Muslime oder der Islamrat, sie alle verkaufen sich in der Öffentlichkeit als demokratische Organisationen und haben doch, laut diverser Expert*innen und staatlicher Ämter, Verbindungen zu Organisationen wie der islamistischen AKP, der Millî Görüş-Bewegung, den Muslimbrüdern oder dem Spektrum der rechtsextremen Grauen Wölfe – Organisationen die alle in Kassel eine Rolle spielen. Wer oder was sind die Akteur*innen, die Bund und Ländern als Integrationspartner*innen gelten, und gleichzeitig in ihren Gemeinden ein Islamverständnis propagieren, das zentral politische Inhalte und Ziele vermittelt und immer wieder in Reibung mit den Menschenrechten kommt? Ein Blick hinter die Kulissen von drei der vier islamischen Dachverbände.

Alle Veranstaltungen finden im Philipp-Scheidemann Haus, Holländische Straße, Kassel statt

(Weitere Infos sind auf Facebook zu finden)

Professor Werner Ruf klagt gegen das Bündnis gegen Antisemitismus Kassel

Professor (emer.) Dr. Werner Ruf hat Klage gegen das Bündnis gegen Antisemitismus Kassel erhoben. Streitgegenstand ist unsere Interpretation seiner Bemerkung:

„In nur anderthalb Jahrzehnten ist es gelungen, nicht nur den Islam zu einem neuen und affektiv hoch besetzten Feindbild zu machen, es ist auch gelungen, ihn mit dem Begriff des Terrorismus zu assoziieren, ja oftmals gleichzusetzen. Damit wird nicht nur Angst erzeugt, es wird auch eine Gefahr ausgemalt, die absolut irreal ist: Sicher ist es den Attentätern des 11. September gelungen, das Symbol des globalisierten Kapitalismus, die Zwillingstürme des World Trade Centre zu zerstören. Doch Terror dieser Art kann weder die Dominanz der USA oder „des Westens“ noch das herrschende System existenziell gefährden. Gegenüber der aus diesem System resultierenden ökologischen Bedrohung des Planeten ist er vergleichsweise geradezu irrelevant.“ (Werner Ruf, Islamische Bedrohung, in: Standpunkte 8 / 2007, S. 8)

Diese Einschätzung hatte uns zu einer zuspitzenden Bemerkung im Zusammenhang der Bildungsreferenten der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) veranlasst. Diese ist hier nachzulesen: Im Namen des Erhabenen …. Wir sind verklagt worden, weil diese Bemerkung nach Ansicht des Klägers sein Persönlichkeitsrecht verletzt. Klageführender Rechtsanwalt ist Eberhard Reinecke (Köln).

Die gleiche Kanzlei vertritt auch einen Jens Wernicke gegen uns, der uns wegen unseren sarkastisch-ironischen Anmerkungen in „Wernicke oder die Connection eines Bildungsreferenten“ verklagt hat.

Diese rechtliche Auseinandersetzung kostet uns ziemlich viel Geld. Spenden nehmen wir gerne unter dem Stichwort „Prozesskosten BgA-Kassel“ entgegen. (Angaben zur Kontoverbindung) Ein zusätzlich beigefügtes R und wir zahlen in dem Fall das Geld zurück, wenn wir die Auseinandersetzung gewinnen. Das Geld, was nicht zurückgezahlt werden soll, wird dem Vereinszweck (Veranstaltungen, Publikationen) zugeführt.

Unrat der Religionen – Der Kasseler Aufruf zum Märtyrertod

Der Schein der trügt und die Naiven

In Kassel gibt es nicht nur eine DITIB-Gemeinde. Eine davon ist die in Oberzwehren. Dort steht eine „imposante“ (Christine-Brückner-Schule) Moschee. Dieser Moschee stattete eine Klasse der Kasseler Christine-Brückner-Schule einen Besuch ab. Sie traf dort auf einen Imam, der Semih Ögrünc heißt. Der Text der Schule führt weiter aus: „In einem interessanten Vortrag erklärte Semih Ögrünc uns zunächst wesentliche Ansichten und Traditionen des Islam, … und ging anschließend auf die im Vorfeld schon erarbeiteten zahlreiche Fragen der Klasse ein. Geduldig wurden alle Fragen beantwortet, sodass wir hinterher nicht nur schlauer, sondern auch inspiriert und beeindruckt wieder Richtung Schule von dannen zogen.“ Was die inspirierten und beeindruckten Schüler lernten: „Islam bedeutet Frieden.“

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Screenshot von der Webseite der Christine-Brückner-Schule. Unter dem Logo „Islam bedeutet Frieden“ posieren die Schüler hier mit dem Imam.

Das wahre Gesicht: Dunkle Mächte, Vernichtungsabsicht, Märtyrertod und Volksgemeinschaft

Nach dem Putschversuch in der Türkei trat am 17. Juli eben dieser Imam auf dem Königsplatz in Kassel auf und hielt dort eine Predigt. Die Initiative „DITIB Die Marionetten Erdogans*“ hat diese Rede übersetzt. Der Beitrag des Imams begann mit der raunenden Suggestivfrage, „Wer auch immer, welche üble Gewalt auch immer, welche Parallelorganisation auch immer, welche unaufzählbare Macht auch immer daran arbeitet den Zusammenhalt dieser Menschen zu brechen …“ und kommt zur Aufforderung diese Mächte zu vernichten: „… lasse sie uns vernichten und verwahrlosen mein Herr. Amen!“ Seine Rede endete mit dem Aufruf, dass wenn der Herr wieder eine Anordnung gebe, das Leben für das Vaterland zu geben, „dann sind wir mit unseren Geschwistern zusammen bereit Märtyrer zu werden.“ Die Predigt ist hier zu finden: Imam verherrlicht Märtyrertod.

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Ausschnitt der HNA-Meldung. Auch die HNA sieht eine friedliche Kundgebung – Sie hat dem Imam nicht zugehört.

Deutlich wird in der Predigt die Affinität des politischen Islam zur volksgemeinschaftlichen Ideologie. Der Imam propagiert eine Volksgemeinschaft und sieht in geheimnisvollen Mächten Kräfte, die das Volk spalten. Sie gilt es zu vernichten. Dazu braucht es nach Ansicht des Imams zum Tode bereite Kämpfer. Soviel zur Religion des Friedens.

Partner des interreligiösen Dialoges in Kassel

Die DITIB ist wie die faschistische und antisemitische Milli Görüs Mitglied im Kasseler Rat der Religionen. Der Rat der Religionen der Stadt Kassel, ist unter dem Vorsitz vom Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen am 11. Mai 2011 gegründet worden. Im Selbstverständnis des Rates der Religionen ist die Rede davon, dass sich die Beteiligten „für die Förderung des interreligiösen Dialogs und das friedliche, gleichberechtigte Miteinander aller Menschen in Kassel einsetzen.“

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Nach wie vor werden als Mitglieder des Kasseler „Rat der Religionen“ 3 DITIB-Gemeinden aufgeführt sowie die Milli Görüs, die sich hinter dem Kürzel „IGMG- Ayasofya Moschee“ verbirgt.

In der Erklärung zum 11. September 2001 wird von diesem Rat ausgeführt, dass „Misstrauen und Vorbehalte bis hin zu Hass gegenüber Andersgläubigen“ nach dem massenmörderischen Attentat verstärkt wurden. Gemeint ist nicht der Hass, der die Attentäter zu ihrer Tat trieb, sondern das gewachsene Misstrauen einer Religion gegenüber, die, wie es oben beschrieben wird, von viel zu vielen immer noch als Religion des Friedens und als Dialogpartner gilt. Es bleibt abzuwarten, ob der Imam wieder nur ein bedauerlicher Einzelfall ist und das Bild vom Islam, der Frieden heißt, wieder aufgerichtet wird. (jd)

* Die hier genannte und an sich lobenswerte Initiative, soll nicht ganz ohne Kritik bleiben. Die Illustrierung Erdogans als großen Strippenzieher hat zwar einen rationalen Kern, weil eben die DITIB tatsächlich dem türkischen staatlichen Präsidium für religiöse Angelegenheiten unterstellt ist, dennoch haben wir es z.B. auch in Kassel mit aktiv handelnden politischen Subjekten zu tun, die sich mit dem Regime und mit den diesem unterstellten Religionsverbänden identifizieren und dafür sorgen, dass diese islamisch-türkisch-nationalistische Ideologie verbreitet wird. Wenn das in der Illustration darauf reduziert wird, dass es eine im Hintergrund agierende Macht gibt, die die willenlosen Puppen tanzen lässt, so weist dieses Bild wiederum eine strukturelle Nähe zur hier kritisierten Rede auf.

Zur Kritik des politischen Islam

Die Freunde des AK Raccoons schreiben: „Während der politische Islam also die Verhältnisse nicht bloß affirmiert, indem er ein positives Aufgehen der Menschen vor dem Tod verhindert, sondern darüber hinaus auch die Errungenschaften der Aufklärung und damit die westlichen Errungenschaften bekämpft, bleibt uns als Kommunistinnen und Kommunisten nichts, als den Islam zu bekämpfen.“ 

Auch wenn das BgA-Kassel sich nicht als kommunistische Gruppe betrachtet, weil nicht alle unserer Mitstreiterinnen und Mitstreiter sich als solche verstehen, schließen wir uns dieser Maxime an.

Während der politische Islam die bürgerliche Gesellschaft negativ aufzuheben versucht, streben wir nach einer dialektischen Aufhebung der bürgerlichen Gesellschaft, …

Im Unterschied zu den FreundInnen der Raccoons, bescheiden wir uns im Moment eher damit, die Errungenschaften dieser von verschiedener Seite angegriffenen Gesellschaft mit der Waffe der Kritik zu verteidigen. Damit sind die Differenzen auch schon aufgezählt. Kommen wir dazu, die Gemeinsamkeiten zu nennen:

„Das, was noch über die Identifikation der Menschen mit bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen hinausgeht, worin sich die verlängern, ist die Identifikation mit dem Tod. Und utopisches Bewusstsein meint ein Bewusstsein, für das also die Möglichkeit, dass die Menschen nicht mehr sterben müssen nicht etwas Schreckliches hat, sondern im Gegenteil das ist, was man eigentlich will.“
Theodor W. Adorno im Gespräch mit Ernst Bloch [3]

„Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod!“
al-Qaida [4]

Was al-Qaida 2004 so grausam treffend nach den Anschlägen in Madrid auf den Punkt zu bringen vermochte, eignet sich auch, die jüngeren Attacken, wie in Paris oder Orlando zu charakterisieren, welche immer Angriffe auf die westliche Lebensfreude und bürgerliche Freiheit darstellten. Die Wurzel für diese Aversion gegen das Leben, welche ihren Kulminationspunkt im Selbstmordanschlag findet, ist derweil nicht einfach Produkt irgendeiner dem eigentlichen Islam äußerlichen „Radikalisierung“, wie Linke sich das gerne selbst glauben machen, um der theoretischen Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen und das Problem (einzig) zu einem der Psychopathologie zu verklären, sondern vielmehr in der islamischen Ideologie angelegt.

und hier geht es weiter: Zur kommunistischen Kritik der Konterrevolution