Mit „Israelkritik“ gegen Antisemitismus? – Die Volte einer Bildungsstätte

Mit offizieller Unterstützung der Stadt Kassel, des Landes Hessen und der Amadeu-Antonio-Stiftung lud die Bildungsstätte Anne Frank am 28.11. 2018 zum Thema “Zündstoff – Der Nahostkonflikt an unseren Schulen“ ein. Die Bildungsstätte ist durch die Zusammenarbeit mit Organisationen des Politischen Islam und der rabulistischen Methode, den islamischen Antisemitismus zu eskamotieren, zu Recht in Verruf geraten. (Hierzu näher: Die Gruppe Thunder in Paradise: „Die Pädagogen der Demagogen“ und Sigrid Hermann Marschall: „Bildungsstätte Anne Frank kooperiert mit Strukturen der Muslimbrüderschaft„).

In der Veranstaltung sollte es um die Rolle des Nah-Ost-Konflikts an den Schulen gehen und welche Rolle der Konflikt bei der Bildung von Gruppenidentitäten „migrantisch und muslimisch positionierter Jugendlicher“ spielt. Die Bildungsstätte, die vorgibt gegen Antisemitismus zu arbeiten, hatte zum Thema Antisemitismus in den Schulen die, der postmodernen Linken zuzuordnenden, Mitarbeiterinnen der Bildungsstätte Deborah Krieg und Azadê Peşmen geladen. Als Expertin in Sachen Naher-Osten wurde von den Veranstaltern auf dem Podium als dritte im Bunde Dr. Claudia Baumgart-Ochse präsentiert. Dr. Baumgart-Ochse arbeitet für das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und veröffentlichte im renommierten Nomos-Verlag 2008 das Buch „Demokratie und Gewalt im Heiligen Land“, das der Verlag wie folgt vorstellt:

„Das Verhalten Israels im Konflikt mit den Palästinensern gibt der Forschung zum demokratischen Frieden Rätsel auf: Es ist eine Demokratie, die an der Besatzung fremden Territoriums festhält und auch vor dem Einsatz militärischer Gewalt nicht zurückschreckt. Die Studie geht der These nach, dass die jüdische Siedlerbewegung und ihr Milieu, der religiöse Zionismus, mitverantwortlich sind für das Scheitern des Osloer Friedensprozesses. […] Die Analyse des Friedensprozesses zeigt, wie die Siedlerbewegung die Strukturen der israelischen Demokratie nutzte, um den Friedensprozess nachhaltig zu stören.“

2013 formulierte die Wissenschaftlerin in dem Pamphlet „Ist mit Palästina ein Staat zu machen?“ folgende Empfehlung: „Israel [sei] stärker unter Druck zu setzen, […] und andererseits einen Dialog mit der Hamas zu beginnen.“ An gleicher Stelle vermeldete sie: „Die EU hat mit ihrer Entscheidung, finanzielle Ressourcen im Rahmen des Wissenschaftsprogramms Horizon 2020 nicht mehr an israelische Institutionen jenseits der Grenzen von 1967 zu vergeben, bereits ein richtiges Zeichen […] gesetzt. Einige Unternehmen und zivilgesellschaftliche Gruppen flankieren diese Maßnahmen, indem sie Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen, die in jüdischen Siedlungen in den besetzten Gebieten operieren, ablehnen“ und reproduzierte somit auch Positionen, die sonst mit einer Organisation namens BDS in Verbindung gebracht werden. Allein am Beispiel dieser Referentin lässt sich aufzuzeigen, was für Abgründe sich auftun, wenn eine Stätte, die den Namen von Anne Frank am Revers trägt, zur Diskussion lädt.

Auf dem Podium erklärte Dr. Baumgart-Ochse, der Nah-Ost-Konflikt sei im Kern ein Territorialkonflikt, der durch den aus Europa importierten Nationalismus befeuert worden sei. Dieser Nationalismus hätte die Idee propagiert „Ein Volk braucht ein Land.“ Selbstverständlich war und ist es die Idee des Zionismus, eine Nation des jüdischen Volkes zu propagieren, diese mit einem bestimmten Territorium zu verknüpfen und auch umzusetzen, insofern ist der Zionismus eben auch eine nationale Idee, die jedoch wie jede Idee einer Nation vollkommen legitim ist. Doch wer den Zionismus nur so definiert übersieht, dass dieser die einzig richtige Antwort auf das Scheitern der Ideen der Emanzipation und / oder Assimilierung der Juden, oder des Internationalismus ist, dass er die einzige Antwort auf den bis heute fortexistierenden Antisemitismus in Europa und in der islamischen Welt ist. Der Kern des Nah-Ost-Konfliktes ist in jeder Hinsicht der Antisemitismus, des historischen, sowie des aktuellen in Deutschland und in Europa, als auch des arabischen und islamischen. Nur wenn man die Geschichte und die gegenwärtige Brisanz des Antisemitismus ignoriert,  indem der Nah-Ost-Konflikt als ein Konflikt zwischen Nationalismen gedacht wird, kann man auf die folgende Idee kommen, die Dr. Baumgart-Ochse so formulierte: Dieser Konflikt sei kein Fußballspiel, in dem man Position beziehen könne: „Don’t ever take sides!“ sei vielmehr das Leitmotiv, dem man folgen müsse.

Im Verlauf der Veranstaltung wurde vorgeführt, dass man im Duktus der Postmoderne viel sprechen kann, aber wenig zu sagen hat. Zunächst wurden zwar pflichtgemäß der 3-D-Test dargelegt, um zu erläutern, dass „Israelkritik“ antisemitisch sein könne und es wurde auch nicht versäumt, den Rapper Kollegah als Ausdruck einer Jugendkultur zu erwähnen, in der antisemitische Vorurteile grassierten. Doch schon hier ließ die Bemerkung aufhorchen, dass man sich zu sehr auf den Rapper fokussiere, die Musikindustrie, die ihr Geschäft mit diesem Herren betreibe, sei doch der wahre Schuldige.

Krieg, die für die Bildungsstätte arbeitet, schloss sich der Vorgabe, „don’t take sides“ an und war im Übrigen der Auffassung, dass die Arbeit mit der Wahrheit über den Konflikt im Nahen Osten die Positionen der Jugendlichen nur verhärten würde, denn Emotionalität spiele eine wichtige Rolle in der Rezeption und Verarbeitung des Themas Nah-Ost-Konflikt. Peşmen sekundierte diesen antiaufklärerischen Offenbarungseid politischer Bildung dann mit der Feststellung, dass es eine unzulässige Markierung von Migranten sei, sie als muslimische Antisemiten zu bezeichnen, wenn sie sich in antijüdischem Hatespeach gefallen. Dadurch würde das Vorurteil vom rückständigen Migranten bedient und das Sprechen über muslimischen Antisemitismus sei durchsetzt vom „antimuslimischen Rassismus“.

Sofern es nicht darum ging, Israel der rechten Regierung zu zeihen, wurde noch viel um den heißen Brei herumgeredet und umso weniger konkretes zur Problematik auf Deutschlands Schulhöfen beigetragen. Erst ein Gast aus dem Publikum, der beruflich mit muslimischen Jugendlichen zu tun hat, wartete mit der These auf, dass Antisemitismus oder Judenhass möglicherweise einfach hipp unter den Jugendlichen sei und er meinte, da sei es vielleicht doch angezeigt, klare Grenzen aufzuzeigen. Diese, angesichts der auch auf dem Podium konstatierten Reichweite solcher Medien wie You-Tube, al Jaziera und Hip-Hop-Musik bekennender Antisemiten naheliegenden Feststellung, löste jedoch bei einem im Publikum anwesenden Vertreter des Café Buchoase den Jihad aus. Ohne dass das Podium eingriff, durfte der pöbelnde Volksbibliothekar den Fragestellter niederbrüllen. Als der Vorsitzende des Vereins Palästinensische Gemeinde-Kassel mit Vertriebenenhintergrund hingegen von Bantustans auf der Westbank fabulierte, roch das zwar dem Podium doch zu sehr nach Apartheid und es schwante ihm, das Geäußerte könne antisemitisch sein, doch Dr. Baumgart-Ochse war gleich zur Stelle und führte vor, wie sich die Bildungsstätte den Umgang mit solchen Schwerenötern wohl vorstellt. Man serviere einfach Metaphernsalat: Die Westbank sei wie ein löchriger Käse, sie sei ein Flickenteppich. Und zum Schluss salbaderte sie von einer unaufhaltsamen Flut, die die Eilande arabischer Palästinenser umspülten und von Palästina nur ein Archipel übriglasse. Diesen Sprachgebrauch internalisierend können natürlich auch die wüstesten Antisemiten zu Subjekten der kulturellen Bereicherung im Multi-Kulti-Land mutieren und man schreitet mit ihnen Seit an Seit gegen einen „antimuslimischen Rassismus“, gegen LGBT-Feindlichkeit, Sexismus und gegen all das, was der Blumenstrauß der Intersektionalität sonst noch so hergibt. Geflissentlich übersehen wird dabei, dass diese „Gruppenbezogenen-Menschenfeindlichkeiten“ als sakrosante Bestandteile der „Kultur“ eines, als wahlweise vom Siedler, von einer rechten Regierung, von den Zionisten oder vom Juden unterdrückt angesehenen, Volkes in den besetzten Gebieten in Reinform gepflegt werden.

Dass die Amadeu-Antonio-Stiftung, die in der Vergangenheit Vieles gefördert hat, das dem Kampf gegen den Antisemitismus diente, mit dieser Bildungsstätte zusammenarbeitet, wirft ein entzauberndes Licht auf diese NGO von bundesdeutschen Gnaden: Wenn es dem postmodernen Diskurs dient und nur ein paar Stichwörter aus dem Baukasten der Kritik des Antisemitismus fallen, dann ist den guten Menschen der Stätten und Stiftungen wohl alles andere wurscht.

Es blieb das Geheimnis der Veranstalter, wie mit solchen Ideengebern wie Dr. Baumgart-Ochse, Peşmen und Krieg Strategien entwickelt werden sollen, die dazu beitragen könnten, dass an den Schulen Judenfeindschaft, Antisemitismus und Israelhass kompromisslos zurückgewiesen wird. Der erklärte Unwille, der antisemitischen Weltanschauung, mit einer der Aufklärung verpflichteten Bildung und antisemitischen Taten notfalls auch mit Sanktionen entgegenzuwirken, geriet an diesem Abend zur weiteren Bankrotterklärung einer hochtrabend und im Auftrage der Stadt, des Landes und des Staates daherkommenden Bildungsstätte.

Wir verteilten an dem Abend dieses Flugblatt.

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2 Kommentare zu “Mit „Israelkritik“ gegen Antisemitismus? – Die Volte einer Bildungsstätte

  1. Wer mit so vielen linken Nationalsozialisten verkehrt wie ***** *****, der sollte seinen Mund bezüglich Antisemitismus halten und vor der eigenen Haustüre kehren bevor er meint, andere belehren zu wollen.

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