Der Antizionist im Schafspelz und Hoffnungsträger

Im Neuen Deutschland, das heute ob der stark geschrumpften Auflage klein geschrieben wird, ist ein Interview mit dem Knesset-Abgeordneten Ayman Odeh zu lesen. Odeh, so steht dort geschrieben, sehe sich als einen, der religiöse und ethnische Spaltungen überwunden habe. Schauen wir uns ein paar Aussagen des Interviews an. Er wird gefragt wie die Liste, der er vorsitzt, aus so unterschiedlichen Kräften wie Sozialisten, Säkularen, Feministinnen und Religiös-Konservativen einen gemeinsamen Nenner finden könne. Die Interviewerin hätte sich nur jede x-beliebige Antira- oder Antiisrael-Demo in Europa, in den USA und in Deutschland, ein x-beliebiges Uniracket „linksradikal“-poststrukturalistischer Provenienz oder den Club der chritical-whiteness-Fabuliererix ansehen müssen, um zu wissen, dass dies Normalzustand nicht nur „der Guten“ in Israel ist und der gemeinsame Nenner also leicht zu finden ist. Odeh antwortet tapfer, das „Bündnis ist eine Vernunftehe gegen das Erstarken von Rechtsaußen.“ Wie das gehen soll, gegen Rechtsaußen zu erstarken, wenn man selbst äußerste Rechte in den eigenen Reihen einbindet und was das mit Vernunft zu tun hat, führt Odeh nicht aus. Den Gegner den er sieht, da meint natürlich nicht Rechtsaußen, sondern Netanyahu und den von ihm aktuell repräsentierten jüdischen Staat Israel. (Wobei ich hier nicht behaupten will, dass Netanyahu nicht rechts ist und dass einige seiner Bündnispartner noch weiter rechts stehen, eine Tatsache der man politisch durchaus entgegen treten kann oder sollte, sofern man in Israel um die Innenpolitik streitet, nur eben nicht mit Leuten, die nichts dabei finden, sich mit Antisemiten zu alliieren.) Dass die Fragende ganz nebenbei vergisst zu erwähnen, dass die „religiös-konservativen Kräfte“ Verbindungen zu den Muslim-Brüdern und zur Hamas aufweisen, es sich also bei ihnen um standfeste Islamisten handelt, sei hier nebenbei noch vermerkt.

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Ayman Odeh, „Hoffnungsträger jüdisch-arabischer Koexistenz“: Deutschland sollte Israel nicht als jüdischen Staat anerkennen!

Dann wird Odeh gefragt wie er es mit dem Zionismus halte. Hier antwortet er: „Von der zionistischen Idee halte ich grundsätzlich nicht viel. Zum einen lehne ich den Pessimismus der Idee ab, dass Antisemitismus eine ewige, nicht zu besiegende Kraft ist, so dass Juden nicht mit anderen Völkern in Frieden leben können.“ Was Odeh hier macht, ohne dass das die Interviewerin und mutmaßlich auch ohne dass die geneigte nd-Leserin oder -Leser es merken, ist, dass er Juden zum Problem erklärt. Nicht die Antisemiten sind diejenigen, die Juden nicht akzeptieren können und daher nie in Frieden mit Juden leben können, denn Antisemiten gibt es ja zum einen nach 1945 nicht mehr, sie sind die fixe Idee der Zionisten, sondern es sind zum anderen die Juden, die bisher nicht in Frieden mit den anderen Völkern haben leben können, ein Anschauungsbild des Weltbildes eines Antisemiten ist es, was uns der Hoffnungsträger anbietet. Dann führt er das palästinensische Narrativ der Nakba als Begründung an, dass er als gut situierter arabischer Israeli auch deswegen nichts mit dem Zionismus anfangen kann, „weil für den zionistischen Traum ein Großteil unseres Volkes vertrieben wurde.“ 1948 wurden tatsächlich Menschen vertrieben, andere flohen. Ca. 700.000 arabische Bewohner flohen oder wurden nach 1948 vertrieben, meistens nur ein paar dutzend Kilometer weiter, 820.000 Juden flohen oder wurden seit 1948 aus fast allen arabischen Staaten vertrieben. Sagt heute ein Israeli deswegen unwidersprochen, er spräche arabischen Nationen die Idee ab, eine arabische Nation zu sein? Nein. Die damals geflohenen Juden sind im Staat Israel integriert, was man von den geflüchteten und vertriebenen Palästinensern in den Staaten in die sie flohen bis heute nicht sagen kann.

Dann führt Odeh aus, dass er dem jüdischen Volk – was auch immer das in seiner Vorstellung ist – das Selbstbestimmungsrecht zugestehe und er deswegen für eine Zweistaatenlösung eintrete. Da sagt er das auf, was nicht nur der gemäßigte Teil der deutschen Linkspartei so hören will, sondern auch das, was für viele andere, als gewünschter Inhalt gemäßigter arabischer Politik zu gelten hat. Ein paar Fragen später redet Odeh Klartext: Odeh erwartet von deutschen Politkern, „dass Deutschland Israel nicht als jüdischen Staat anerkennen sollte.“ Hier spricht es aus ihm heraus, auf was auch die als gemäßigt geltende arabische Position hinausläuft. Israel ja, aber nicht als jüdischer Staat – und der Zionismus ist die Ursache dafür, dass Juden nicht mit anderen Völkern in Frieden leben können.

Die Hamas und die PLO sind da deutlicher, sagen aber das Gleiche. Die Hamas-Charta deklamiert „Unter dem Islam können Anhänger aller Religionen in Sicherheit … zusammenleben“. Das gilt eingeschränkt auch für die Juden, nämlich für die, die sich unter oder hinter dem Gharkad-Baum verstecken können, alle anderen gelte es nach Artikel 7 dieser Charta zu töten. Die PLO-Charta ist da etwas gemäßigter, im Artikel 6 erkennt sie Juden, die vor dem Beginn der „zionistischen Invasion in Palästina regulär ansässig waren“ als Palästinenser an. „Der Zionismus ist eine politische Bewegung, die organisch mit dem internationalen Imperialismus verbunden ist und im Widerspruch … der progressiven Bewegung in der Welt steht. Er ist rassistischer und faschistischer Natur.“ Und dagegen kann man ja auch mal Bündnisse mit sogenannten religiös-konservativen Kräften suchen.  Odeh sagt nicht Palästina, sondern Israel, meint im Endeffekt aber das gleiche, nur seine Methode unterscheiden sich von denen, die auch in seiner Fraktion sitzen. (jd)

Ein weiteres Interview mit Odeh ist hier zu finden: Arab lawmaker Ayman Odeh … no country was established without sin

4 Tote und die Systematik eines nordhessischen Wutprofessors

Der nordhessische „Friedens- und Dritte-Welt-Forscher“, „Experte“ über internationale Beziehungen sowie emeritierte Professor der Uni Kassel Dr. Werner Ruf, hat in diesem Sommer folgendes behauptet:

„Zum Kriegsvölkerrecht gehört neben dem absoluten Schutz der Zivilbevölkerung auch das Prinzip der Verhältnismäßigkeit: Die Zahl der in Gaza getöteten Zivilisten erreicht inzwischen fast die Zahl von 2.000 Menschen – von den vielen Tausenden unsäglich Verwundeten, lebenslänglich Verstümmelten, meist sind es Kinder, ganz abgesehen. Wo ist hier die Verhältnismäßigkeit? Und wo bleiben die Grundsätze, denen zufolge nur Bewaffnete Ziel militärischer Aktionen sein dürfen? Israel hat gezielt spielende Kinder am Strand mit Raketen zerfetzt.“

Mit dem letzten Satz spielte der Professor auf den tatsächlichen oder vermeintlichen Tod von Jugendlichen oder Kindern am Strand im Gaza an. („Vier Kinder sterben am Strand vom Gaza“, so die noch halbwegs neutral formulierte Meldung der Stuttgarter Zeitung im Netz.) Es scheint jedoch wie so häufig zu sein. Vor 14 Jahren ging ein Schrei der Empörung durch die Welt, als behauptet wurde, dass der Junge Mohammed al-Dura von israelischen Soldaten erschossen worden sei. Später hat sich herausgestellt, dass, sofern er überhaupt gestorben ist, höchstwahrscheinlich durch Querschläger aus Waffen palästinensischer Schützen ums Leben kam. Der Schrei der Empörung über eine üble Falschmeldung, um Israel zu diskreditieren, blieb damals aus.

In diesem Sommer kamen viele Zivilisten während der militärischen Auseinandersetzungen zwischen der Hamas und den israelischen Sicherheitskräften im Gaza um. Verschiedene Stellungnahmen haben klar gemacht, dass Israel auch dieses mal kein Völkerrecht verletzt hat, dass die hohe Zahl an ums Leben gekommenen Zivilisten vornehmlich die Hamas zu verantworten hat.

Auch die angeblich vier Toten am Strand scheinen eine Medienente der Hamas und ihrer enbedded journalists zu sein. Dieser Frage ging jüngst Thomas Wictor in seinem Beitrag „Who killed the four boys on the Gaza beach?“ nach. Ein einfacher Zeitungsleser mag bei Pressemeldungen und Nachrichten über tote Zivilisten empört sein und schnell sein Urteil fällen. Das wundert nicht, wenn man sich die aktuelle Werbekampagne des hessischen Rundfunks vergegenwärtigt, der aktuell behauptet, dass 20 Minuten Radiohören reichen, um „im Bilde zu sein“.

Dass ein Wissenschaftler solche Meldungen ungeprüft (?) öffentlich in der Welt verbreitet, lässt nur eine bewusste Absicht vermuten, nämlich Israel zu diskreditieren und als Experte verkleidet, das antisemitische propagandistische Geschäft der Hamas zu übernehmen. Der nordhessische Wissenschaftler Dr. Ruf wird immer wieder als Experte in den Medien umhergereicht und tritt regelmäßig als Referent auf den jährlich stattfindenden Ringvorlesungen der AG-Friedensforschung an der Uni Kassel auf. (jd)

Siehe auch: Eliyokim Cohen, Shocking new claim: The 4 ‚palestinian‘ boys killed on the beach were not blown up by israel but nurderd by hamas.