Die Café Buch-Oase Connection

(17. März 2018)

Schamanismus, Homöopathie und Propaganda für den palästinensischen Volkskampf: Alles, was des Friedensfreunds Herz begehrt, findet man in einem Café, das einen mit Großbuchstaben geschriebenen mediterranen, sonnigen Hinterhof anpreist. Die Adresse des Cafés ist, Ironie des Schicksals, die Germaniastraße. Diese Straße befindet sich im Vorderen Westen, der – horribile dictu – ein Siedlungsprojekt eines Kasseler Juden ist, der bei seinen Grundstücksspekulationen den richtigen Riecher hatte und im 19. Jahrhundert den Stadtteil in Kassel begründete. Er zählt zu den schönsten in Kassel. In dem Café mit dem mediterranen Garten gibt es selbstverständlich biologisch angebauten und fair gehandelten Kaffee. Soweit, so harmlos. Doch man muss noch nicht einmal genau hinschauen. Die mit Weisheit möglicherweise nicht allzu opulent ausgestatteten und wie es scheint des öfteren besinnungslosen Gäste und Betreiber tummeln sich gerne in einem Marwan-Raum. Nicht nur, um sich eben drum mit schamanischer Weisheit auf die Suche nach Wahrheit, Weisheit, Besinnung und spirituellem Wachstum zu begeben1, sondern um mit Leidenschaft gegen Israel zu agitieren und mit Boykott zu drohen, damit der Staat der Juden endlich zur Besinnung kommen möge. Die totale Wahrheit aber finden die Betreiber und Besucher des Cafés in der Inspiration: „Inspiriert vom Kampf der Südafrikaner*innen gegen die Apartheid ruft die palästinensische Zivilgesellschaft zu Boykott, Desinvestition und Sanktion (BDS) gegen Israel auf, bis dieses internationalem Recht und den universellen Prinzipien der Menschenrechte nachkommt.“2

Aktivisten des Café Buch-Oase und der „Volksbücherei International“ mit dem Antizionisten Jeff Halper (Screenshot der öffentlichen FB-Seite J.Halpers)

In einem Interview des Szeneblättchens Literaturhaus Nordhessen e.V.3 werden ein Jörg „the unkown“4 und Dana-Al-Najem mit „palästinensischen Wurzeln“ als Betreiber dieses Cafés vorgestellt. Wurzel-Dana ist zweite Vorsitzende eines Vereins, der sich Palästinensische Gemeinde-Kassel e.V. nennt. Der Verein hat die gleiche Adresse wie das Café. Er ist ein Verein für die „Freunde Palästinas“ und er will die Palästinenser in Kassel und Umgebung unterstützen und hilft ihnen ihre palästinensische Identität und Wurzeln zu bewahren. Er ist dabei natürlich völlig unabhängig5 und will auch nichts mit einem Aufruf zu einer Kundgebung zu tun haben, der mit dem Namen „Palästinensische Gemeinde in Kassel“ überschrieben ist (Khaibar – Khaibar – Allahu Akbar – Jerusalem ist unser!). Dieser Aufruf wurde von einem Dr. Khaled Hamad verbreitet, dem wiederum eine Nähe zur PLFP nachgesagt wird.6 Der Vorsitzende des Vereins aus Kassel studierte Ende der achtziger an der Kasseler Universität und stellte sich einer DKP-nahen marxistischen Studentengruppe als Aktivist einer linksradikalen palästinensischen Gruppe vor. Manche erinnern sich noch daran, dass er nach einem Besuch in Gaza von Jordanien zeitweilig an der Heimreise gehindert worden ist.7

Unterstützung für BDS von Aktivisten einer MLPD-Vorfeldorganisationen aus Nordhessen

The unknown Jörg betreibt aber nicht nur ein Café und ruft die Jugend auf, sein Kulturprojekt zu erobern. Nein, er betreibt auch noch eine Bücherei mit dem MLPD-kompatiblen Namen „Volksbücherei-International“. In den Räumen des Cafés bietet sie dem lesenden Arbeiter die berühmten Klassiker (ohne Ulbrichts Einschränkung zu berücksichtigen8) feil. Diese Volksbücherei wiederum, als könnten Büchereien politische Kampagnen unterstützen, ist auf einen Aufruf des MLPD-U-Bootes „AutomobilArbeiterratschlages“ wiederzufinden. Der „AutomobilArbeiterratschlag“ alias die „Internationale Automobilarbeiterkoordination“9 ist mit einem „VW-Komitee“ verbandelt.10 Die der MLPD nahestehenden oder angehörenden Andreas Gärtner und Christoph Meyer firmieren als Sprecher des VW-Komitees und tauchen als einzige Einzelpersonen auf, die die antisemitische Kampagne BDS-Deutschland unterstützen. Daher wundert man sich dann auch nicht, wenn sich das „VW-Komitee“ im heiligen Marwan-Saal berät und dabei neben „aktiven“ Gewerkschaftern der IG-Metall noch die MLPD-U-Boot-Organisation AUF, die mit der Terrororganisation PLFP verbandelte „Solidarität International“ und natürlich die MLPD auftauchen.11

Wahlverwandtschaften

Was sich die Café-Betreiber dabei gedacht haben, einen ihrer Räume Marwan zu nennen, bleibt Spekulation. Marwan ist der Vorname des Anführers der Tanzim-Milizen Marwan Barghuthi. Die Tanzim-Milizen waren führend an der zweiten Intifada beteiligt, während der es zu zahlreichen terroristischen Anschlägen auf israelische Zivilisten kam. In seiner Funktion billigte Barghuthi auch die Aktionen der Al-Aksa-Brigaden, die wiederum selbst ihre Kader aus den Tanzim-Milizen rekrutierten und die zahllose Selbstmordattentate zu verantworten haben. Wegen mehrfachen Mordes und Terrorismus wurde Barghuthi zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe in Israel verurteilt.

Im Café wurde 2014 die Ausstellung „Vom Trauma zum Traum“ präsentiert, die sich den Themen des Helden und des Märtyrers widmete. Sie kommt sehr ausgewogen daher, auch ein Künstler aus einem Kibbuzim ist an der Ausstellung beteiligt12, aber das hat in diesen Kreisen mittlerweile Methode.13 Sehr verschwiemelt wurde in der Ankündigung formuliert, dass es bei der künstlerischen Beschäftigung mit dem Thema darum gehe, einen Traum anzubieten, der die Ausgesuchten vor dem Schicksal bewahre, Märtyrer zu werden. Ob damit gemeint ist, Israel solange zu boykottieren, bis es die „universellen Menschenrechte“ anerkennt, was hier im Klartext nichts anderes heißt, allen palästinensischen „Flüchtlingen“14 das Rückkehrrecht zu garantieren, liegt angesichts der Weltanschauung der Gastgeber aus Kassel nahe. Solange der Traum von der Beseitigung des jüdischen Staates nicht Wirklichkeit geworden ist, werden Märtyrer von den Verhältnissen eben gezwungen, ihr tragisches Schicksal u.a. in Selbstmordattentaten etc. zu suchen.

Huldigung des Märtyrertum in den Räumen des Café Buch-Oase

Im Jahr 2012 konnte man eine Ausstellung mit dem langen Titel„Von der Nakba (=Katastrophe – der Vertreibung) bis zum Widerstand gegen die illegale israelische Besatzung bis zur Hoffnung auf Rückkehr und die Sehnsucht nach Frieden = KUNST DER BEFREIUNG“ bewundern und im Jahre 2011 fand die einschlägige Nakba-Ausstellung in den Räumen des Cafés statt.

Seit Jahr und Tag finden in diesem Etablissement Veranstaltungen statt, mit allem, was in der antizionistischen und antisemitischen Internationale Rang und Namen hat:

Da wären zu nennen (in alphabetischer Reihenfolge):

… und den nennen wir außerhalb der Reihe, der unermüdliche Wetterfachmann Werner Ruf und nicht zuletzt, ein bisschen Werbung soll ja auch mal sein, am 05. Mai spricht Hans Roth, the famous, über Karl Marx. Who the fuck ist Hans Roth? Er ist MLPD-Mann und der mit den Stimmen der CDU gewählter Ortsvorsteher des Kasseler Stadtteil Rothenditmold.

Der Mob und eine Vorsitzende

In der Regel finden diese Veranstaltung mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung und / oder der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft statt. Die Vorsitzende der zuletzt genannten, auch überregional übel beleumundeten Gesellschaft, tummelte sich im Sommer 2014 im durch Kassel ziehenden antisemitischen Mob, was die HNA später nicht daran hinderte, diese Dame mit Herrn Oelsen von der DIG an einen Tisch zu setzen.15

1 Am 03.01.2018 lud eine Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes e.V. zur Suche nach Weisheit, Besinnung und spirituellem Wachstum in die Räume des Cafe Buch-Oase ein.

2 Am 20.04. (sic!) 2017 war der BDS-Mann Manfred Breidert Gast der Deutsch-Palästinensische Gesellschaft, RG Kassel im Café. Der Diether Dehm-Sender Weltnetz.TV fasste die Quintessenz dieser Veranstaltung wie zitiert zusammen.

3 Literaturhaus Nordhessen e.V., „Was fürs Hirn, was für’n Magen und was für die Sinne“ – Gespräch mit den Betreibern des Café Buch-Oase über Kaffee, Bücher und Oase (WS 2012/13), 11.Februar 2013.

4 Heißt er Htolu oder ähnlich? Er will das Geheimnis wohl nicht preisgeben. Aber Namen sind Schall und Rauch, der unvermeidliche Palifeudel aber nicht.

5 Alle Angaben sind im Netz unter der Adresse https://www.pg-kassel.de/ zu finden

6 Nahost-Konflikt: Offen im Denken mit BDS und Terrorverherrlichung, in: ak(due)ll, Studentische Zeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet, 17. Juli 2017

7 „Familie wieder vereint: Uni-Mitarbeiter saß 19 Wochen im Gaza-Streifen fest“, HNA, 03.08.16 Hintergründe zum Verhältnis palästinensischer Gruppen zu Jordanien fasst der Wikipedia-Artikel „Jordanischer Bürgerkrieg“ zusammen.

8 Werner Ulbricht nach der Rede Chruschtschows auf dem XX. Parteitag der KPdSU: „Zu den Klassikern des Marxismus kann man Stalin nicht rechnen.“

9 Der Aufruf zum „AutomobilarbeiterRatschlag„. Aus dieser Organisation ging dann der „Internationale Automobilarbeiterkoordination“ hervor.

10 http://www.iaar.de/index.php/de/startseite/26-deutsche-kategorien/konzerne/vw/472-kurzfassung-des-zukunftsprogramm-des-vw-komitees-kassel.html

11 Der Bericht vom Gründungstreffen des „VW-Komitees“ schaffte es sogar auf die Internetplattform trend.infopartisan.net. Zur Verbindung der PFLP mit der MLPD und deren Untergruppierung „Solidarität-International“. (Stefan Laurin / Die Verbindungen der MLPD). (Auch Bild: 9)

12 Zwei etwas ausführlichere Darstellung sind hier zu finden: Martyr, From Trauma to Traum und PCB: mARTyr

13 Ulrich Sahm / Das Judentum als Geschäftsmodell

14 In Folge des von den arabischen Nationen vom Zaun gebrochenen Krieges zur Vernichtung des gerade gegründeten Israels, flohen ca. 500.000 arabische Palästinenser in die Nachbarregionen und -staaten. Diese weigern sich bis heute, diesen Menschen und ihren Nachkommen die vollen Bürgerrechte zu gewähren. Die Nachkommen dieser Flüchtlinge und z.T. Vertriebenen sind ca. 5 Millionen Menschen, die z.T. auch in den palästinensischen Autonomiegebieten leben. Sie zählen bis heute als Flüchtlinge. (Myths & Facts,)

15 „Israelische und Palästinensische Gesellschaft: ‚Nicht alle unter Kontrolle'“, HNA, 11.08.2014. Über den Charakter dieser Gesellschaft erfährt man hier mehr: „Israelhass unter kirchlichem Dach„.

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Ein Abend in einer Oase der Israelkritik

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Am Donnerstag, den 20.04.2017 hatte die Deutsch-Palästinensische Gesellschaft (DPG)/RG Kassel einen Vortrag mit Martin Breidert zum Thema BDS im Café Buch Oase in Kassel organisiert.  Martin Breidert war Dozent für Sozialethik an der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal, ist Theologe sowie Vizepräsident der DPG und Vorstandsmitglied des „Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung“. Darüber hinaus arbeitet er in der lokalen BDS Gruppe in Bonn.

Der Vortrag sollte nicht nur dazu dienen über die BDS-Kampagne zu informieren, sondern diese auch vom Vorwurf des Antisemitismus freizusprechen. Auch er selbst spricht sich dabei frei von jedem Verdacht des Antisemitismus. Davon bezeugen laut Breidert nicht nur seine vielen jüdischen Freunde, sondern auch die Tatsache, dass er einfach nur für die Menschenrechte der Palästinenser einstehe. Breidert selbst spricht im weiteren Verlauf vom Leid der palästinensischen Bevölkerung, welches nicht etwa durch den islamistischen Terror der Hamas verursacht wird, sondern durch 50 Jahre israelische Besatzung. Er selbst kenne dieses Leid – seine dänischen Schwiegereltern mussten fünf Jahre unter deutscher Besatzung leiden.

Breidert fordert einen vollständigen Boykott Israels, sieht Apartheid am Werk, welche schwieriger zu beenden wäre als die südafrikanische und verlangt das Rückkehrrecht aller palästinensischen Flüchtlinge.  BDS ziele auf eine Lösung des Konflikts durch eben einen solchen Boykott und des Weiteren durch Desinvestment und Sanktionen. Den Boykott rechtfertigt er mit den Worten: „Die Nazis wollten mit ihrem Boykottaufruf den Juden die ökonomische Existenz nehmen, ehe sie ihnen später die physische Existenz raubten. Dagegen zielt BDS darauf den Palästinensern zu ihren Menschenrechten zu verhelfen.“

Der Vorwurf des Antisemitismus sei also nicht nur deswegen ausgeschlossen, weil BDS für Menschenrechte eintrete, sondern auch, weil jüdische Organisationen, die in Breiderts Vorstellung von vorneherein nicht antisemitisch sein können, BDS unterstützen. Zu diesen gehören u.a. Jewish Voice for Peace, Peace Now, Jews for Justice for Palestine und die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.. Weitere Unterstützer der BDS seien christliche Gruppen wie Pax Christi oder der United Church of Christ, die Partnerkirche einiger Kirchen in Deutschland ist und die sich auch durch Sanktionsaufrufe und Forderungen nach Desinvestment hervorheben. Kritik an Israel kann für Breidert Kritik also gar nicht antisemitisch motiviert sein, auch deswegen nicht, weil es sich immer nur um einen „instrumentalisierten Antisemitismusvorwurf“ einer nicht näher bestimmten „Israellobby“ handele. Daher lehnt Breidert auch die bekannte 3D-Theorie von Nathan Sharansky (Dämonisierung, Delegitimierung, Anwendung doppelter Standards) ab, nach welcher seiner Auffassung nach jegliche Kritik am Staate Israel antisemitisch motiviert sei. Außerdem liefere Sharanskys 3D-Theorie keine klare Definition und schließlich würden Doppelstandards ausschließlich von Israel angewendet.  So macht es für ihn auch Sinn nicht nur Produkte aus den „besetzten Gebieten“ sondern ganz Israel zu sanktionieren. Aber der eigentliche Boykott ginge bekanntlich von Israel aus, nämlich in Form von Einreiseverboten, Isolierung und Abschottung. Die logische Schlussfolgerung ist deshalb für ihn sich mit BDS, selbstredend gewaltfrei und demokratisch, ebenfalls durch Sanktionen zur Wehr zu setzen, wozu auch Wareninspektionen von Kaufhäusern gehören, die israelische Produkte vertreiben. Dabei hat er kein Problem damit, den von der Hamas und anderer islamistischer Organisationen ausgehenden Terror als bloßen Widerstandskampf zwecks mangelnder alternativer Möglichkeiten zu verharmlosen. Nach Breidert bleibt so der einzig demokratische Staat im Nahen und Mittleren Osten das Problem und nicht die Lösung. Schuld ist nicht der Terror islamistischer Banden – Schuld ist Israel.

Somit sind die Forderungen nach Boykott, Desinvestment und Sanktionen und die Unterstützung von der BDS-Bewegung für ihn der einzige Weg „den Palästinensern beizustehen“, auch weil es gerade „liberale Juden“ seien, die darauf hinweisen, dass „nur durch internationalen Druck von unten, durch Boykott und Desinvestment Israel dazu bewegt werden [kann], das Völkerrecht zu respektieren und die Besatzung zu beenden.“ Und wenn liberale Juden das sagen, muss demnach etwas Wahres dran sein.

Dafür gab es im Publikum bis auf eine Ausnahme großen Zuspruch, welcher nur durch die vorgetragene Kritik eines Mannes gestört wurde. Dieser wies darauf hin, dass die gezogenen Parallelen zu Nazideutschland und zum Apartheidregime in Südafrika, sowie die einseitige Schuldzuschreibung an Israel nur durch das Weglassen und Verdrehen historischer und politischer Tatsachen funktionieren kann. Dafür wurde der Mann umgehend von den Breidert-Jüngern lautstark und in aggressiver Weise angegangen. Nachdem er sich entschieden hatte, die Veranstaltung vorzeitig zu verlassen, wurde er von vier bis fünf Anwesenden mit ‚hinausbegleitet‘. Die anfänglich eingeforderte Meinungsfreiheit und der Wunsch nach einer spannenden, aber sachlichen Diskussion verkamen so zur bloßen Farce, da sich gezeigt hat, dass nur in Ruhe ausreden durfte, wer auf BDS-Linie war. Für den als Störer empfundenen Mann galt diese Meinungsfreiheit konsequenterweise nicht.

Zum Schluss lässt sich festhalten, dass jeglicher Wille zur Reflexion nicht vorhanden war und dass der Vortrag, der eigentlich über BDS informieren sollte, vielmehr eine einzige Werbeveranstaltung war, in der nicht das Für und Wider von BDS diskutiert wurde, sondern die Anwesenden sich gegenseitig in ihrem Glauben bestärkten, dass Israel der Schuldige ist, während es ihnen um die Menschenrechte gehe. Bei solch einem unermüdlichen Einsatz für Menschrechte blieb eine Auseinandersetzung mit Antisemitismus notwendigerweise aus. So fungierte Martin Breidert an diesem Abend als das, was er scheinbar am besten kann; als Pfarrer, der seine Schäfchen heim ins Reich der Israelkritik holt.

(AK/MD)

Die GEW und das Grundrecht der Engagierten auf „Israelkritik“

Ein Beispiel aus Oldenburg

Ein Lehrer einer Schule in Oldenburg, die tatsächlich „Flötenteich“ heißt, übt sein Grundrecht an „Israelkritik“ aus. Er gehört der Israel-Boykottbewegung BDS an und hat u.a. einen Beitrag in einem lokalen GEW-Mitteilungsblättchen geschrieben, indem er u.a. die Aufhebung „jeglicher Besatzung“ und das Rückkehrrecht der Flüchtlinge forderte, d.i. die verklausulierte Forderung nach der Liquidierung des Staates Israel.

Die GEW verteidigt Glanz als „engagierten Pädagogen“ und „sachkundigen Kollegen“. Sachkundig ist die GEW offensichtlich nicht, „Die GEW könne die Arbeit der israel-kritischen Kampagne nicht bewerten. Eine Beurteilung der BDS-Bewegung en détail wäre eine Überforderung des kleinen Personenkreises, …“ heißt es. (jd)